La Palma hat den klarsten Nachthimmel Europas

Der „Roque de los Muchachos“ ist mit seinen 2.426 Metern nicht nur der höchste Punkt La Palmas, sondern auch der Ort mit dem klarsten Nachthimmel Europas. Das hat das spanische Forschungsnetzwerk für Lichtkontamination bestätigt, dessen wissenschaftliches Komitee am 19.10.2016 auf der nordwestlichsten Kanareninsel zusammenkam und drei Tage später gleich sein fünfjähriges Bestehen dort feierte. Die Insel mitsamt dem Observatorium sei außerdem weltweit führend im Schutz des Nachthimmels geblieben. Die Wahl der Insel La Palma hatte dabei Symbolwirkung, da sie als Musterbeispiel für den Kampf gegen Lichtverschmutzung gelte.

Das Forscherteam studierte auf der Insel die Auswirkungen der Lichtverschmutzung nicht nur auf die Astronomie, sondern auch auf Menschen, Tiere und die Umwelt im Allgemeinen. Zugleich wurden die sozialen und wirtschaftlichen Vorteile eines klaren Nachthimmels diskutiert. Die Stellung des Observatoriums am Roque de Los Muchachos – einem Ort mit hervorragenden klimatischen Bedingungen – hat laut Federico de la Paz vom Astronomischen Institut der Kanaren dafür gesorgt, dass La Palma einen Grund dafür hatte, die Lichtverschmutzung zu begrenzen. Das führte 1988 mit der Zustimmung des kanarischen Parlaments zum „Himmelsgesetz“, einer neuen Norm, die auch in zahlreichen anderen Autonomen Regionen übernommen wurde, jedoch ohne die Überwachung durch ein technisches Büro wie auf den Kanaren. Er hob aber auch hervor, dass man letztendlich einen Kompromiss zwischen den Voraussetzungen für die Astronomie und den Bedürfnissen der Städte herstellen müsse. So etwas wurde seiner Meinung nach in La Palma sehr gut erreicht, wo die Bürger zum einen die Notwendigkeit einer modernen, weniger den Himmel ausfüllenden und auf den Boden gerichteten LED-Beleuchtung erkannt hätten und zum anderen verstanden hätten, dass ein klarer Nachthimmel beispielsweise auch positive Impulse für den Tourismus nach sich ziehen kann.

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