Taucher sichten eine der in Cofete freigesetzten Schildkröten vor Almería

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Im März 2017 sind insgesamt fünf Unechte Karettschildkröten mit einem Sensor markiert und in Cofete freigelassen worden. Bis auf eine Ausnahme liefern sie seither wichtige Daten zu den Routen, die sie jenseits kanarischer Gewässer zurücklegen. Das Tier mit dem Namen „NT“ wurde vermutlich verletzt oder hat seinen Tracker auf dem Weg verloren. Was genau passiert ist, ist jedoch unklar. Seit geraumer Zeit hatte sich der Standort zumindest nicht verändert. Zwei Monate nach ihrer Freilassung in Cofete konnte man sie noch vor Afrika orten. Nachdem sie sich dann weiter nördlich entlang der Kontinentalküste bewegt hatte, zeigte der Sensor ab Anfang Juni keine Bewegung mehr. Ende Juli entschloss man sich schließlich, die Ortung aufzugeben.

Im Gebiet um den Naturpark Cabo de Gata vor der spanischen Provinz Almería haben Taucher eines der noch aktiven Exemplare entdeckt. Etwa Mitte April bewegte sich „Oasis Dream“ in Richtung Süden bis zur afrikanischen Küste auf Höhe der Westsahara. Danach ging es nach Norden an die Küste des Río de Oro vor Ad-Dakhla. Dort hielt sich die Schildkröte drei Wochen lang auf. Ende Juli erreichte sie durch die Straße von Gibraltar das Mittelmeer. Vorbei an den Küsten von Granada und Almería wurde sie am 09.08.2018 von einer Gruppe Tauchern gesichtet. Momentan setzt sich ihre Reise in Richtung Osten fort. Die Abteilung für Umweltschutz bedankte sich für die Unterwasseraufnahmen, die eine Taucherin zur Verfügung gestellt hatte.

Vier der fünf Sender funken noch

Auch die anderen drei Schildkröten haben bereits weite Distanzen zurückgelegt. „Tomás“ z.B. war bereits eine Woche nach Freilassung schon an der afrikanischen Küste. Danach verlief sich die Route immer weiter nach Süden. Seit nun schon vier Monaten hält sich das Tier im Gebiet um den Nationalpark Banc d’Arguin in Mauretanien auf.

„Tropi“, so der Name eines weiteren Exemplars, schwamm bis westlich von La Gomera, dann südlich weiter vorbei an La Palma und wieder nördlich nach Teneriffa. Kurzzeitig entfernte sie sich aus kanarischen Gewässern, wurde aber bald wieder nördlich von Gran Canaria geortet. Ende Juni setzte sie ihre Route in Richtung Westsahara fort. Dort hält sie sich auch aktuell auf.

Die letzte Schildkröte, getauft „Martina“, blieb zwei Monate lang in Gewässern rund um die Kanaren. Sie entfernte sich dann immer weiter nach Westen und folgt aktuell einer Route durch den Atlantik.

Laut der aktuellen Daten zeigten vier der fünf Schildkröten eine Bevorzugung der neritischen Region. Die Meerestiefe liegt dort bei unter 200 Metern. Nur „Martina“ hatte sich in ozeanische Gewässer mit einer Tiefe von über 200 Metern aufgemacht.

Seit 2006 leitet die „ADS Biodiversidad“ das Projekt zur „Erweiterung des Reproduktionsgebietes der Unechten Karettschildkröte in Makaronesien.“ Die Art soll damit auf den Kanaren wieder angesiedelt werden. Dazu wurden Eier aus den Kapverden am Strand von Cofete eingegraben. Teil des Projekts ist auch die Überwachung einiger junger Exemplare mittels Peilsender. So erhält man einen Einblick in ihre bevorzugten Habitate und Wanderrouten.

Zwischen sieben und acht Jahre alt waren die fünf Exemplare, die man mit Transmittern auf den Weg geschickt hatte. Im Rahmen des Projekts wuchsen alle in Stationen in Morro Jable (Fuerteventura) und Taliarte (Gran Canaria) auf.

Mithilfe der Tracker will man herausfinden, ob die Aufzucht in Gefangenschaft einen Einfluss auf ihr bekanntes Verhalten in natürlicher Umgebung hat. Normalerweise hält sich die Unechte Karettschildkröte nämlich innerhalb einer weiten Zone nordöstlich des Atlantiks auf. Zudem lernt man die bevorzugten Habitate sowie Siedlungs- und Nahrungsgebiete der vielleicht zukünftigen kanarischen Schildkrötenkolonie kennen.

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