Vor 4 Mio. Jahren lebten große Laufvögel auf Fuerteventura

Strausseneier Lanzarote

Die Untersuchungen von fossilen Eiern auf Lanzarote haben ergeben, dass vor rund 4 Mio. große straußenähnliche Laufvögel auf den inzwischen verschwundenen Inseln Famara und Ajaches nördlich von Lanzarote lebten.

Nach 8 Ausgrabungen in den letzten 10 Jahren sind die Forscher zu dem Schluss gekommen, dass sich die Laufvögel im Norden von Lanzarote in wesentlichen Eigenschaften von den Afrikanischen Straußen unterscheiden. Daher sei es ziemlich sicher, dass die Vögel nicht vom Afrikanischen Kontinent sondern aus einem anderen großen benachbarten Territorium stammten, nämlich von Fuerteventura.

Afrika liegt rund 120km von Lanzarote entfernt und der Ozean dazwischen ist rund 1.300 Meter tief. Daher kann man ausschließen, dass der Meeresspiegel selbst in der heftigsten Eiszeit so weit zurückgegangen wäre, dass Laufvögel zu Fuß auf die Kanaren hätten gelangen können.

Die Inseln Famara und Ajaches waren schon lange vor Lanzarote entstanden und Fuerteventura ist noch deutlich älter.

Die Vögel, die vor 4,2 bis 3,7 Mio. hier lebten, waren flugunfähig und mindestens so groß wie heutige Afrikanische Strauße.

Wie sind die Strauße nach Fuerteventura gekommen?

Nach der Datierung der Funde sind sie die älteste nachgewiesene Fauna nicht nur auf den Kanaren, sondern in ganz Makaronesien. Dazu gehören außer den Kanaren auch die Azoren, Madeira und die Kapverden.

Außerdem handelt es sich weltweit um den einzigen nachgewiesenen Fall, in dem Laufvögel auf eine Insel gelangt sind.

Bei den Ausgrabungsarbeiten fanden die Paläontologen nicht nur 10 vollständig erhaltenen Straußeneier, sondern auch Hüllen von Insekten, Schalen von Landschildkröteneiern, Reste von Schnecken und zwei Wirbel von einer Schlange. Diese Funde ermöglichen den Wissenschaftlern nun weitere Aufschlüsse über die Fauna auf den Kanaren im Zeitalter des Pliozäns.

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