Fuerteventura-Wetter: Kanaren erleben zweitwärmsten November seit 1961

Hitzewarnung-Fuerteventura

Wer im November 2022 auf Fuerteventura Urlaub gemacht hat, dürfte über das Wetter wenig zu meckern gehabt haben. Gefühlt hat das Wetter auf Fuerteventura die Urlauber schon lange nicht mehr so anhaltend mit hohen Temperaturen, tropischen Nächten und perfekten Badebedingungen verwöhnt.

Dieser eher subjektive Eindruck wird durch die Daten des jüngsten Klimareports der spanischen Wetteragentur AEMET bestätigt.

Danach lag die mittlere Temperatur auf den Kanarischen Inseln im November 2022 bei 19,6%. Die sogenannte Temperaturanomalie, also die Abweichung vom langjährigen Durchschnitt betrug 1,8 Grad. Mit diesen Werten war der November 2022 der zweitwärmste auf den Kanaren seit 1961. Betrachtet man nur die Provinz Las Palmas, in der die Inseln Fuerteventura, Lanzarote und Gran Canaria liegen, so war es sogar der wärmste November seit 1961.

Als Bezugsgröße verwendet die AEMET die Durchschnittstemperatur des Monats November des 30-Jahres-Zeitraums von 1981 bis 2010.

Im Allgemeinen lagen die Temperaturen im November fast permanent über den Referenzwerten. Daher wurden auch auf allen Kanareninseln eine hohe Zahl von „tropischen Nächten“ mit Temperaturen über 20 Grad registriert. Im Hafen von Morro Jable waren es 19, am Flughafen von Fuerteventura 17 und in Gran Tarajal immerhin 7.

Der Monat November des Jahres 2022 war auf den Kanaren nicht nur außergewöhnlich warm, sondern auch sehr trocken. Durchschnittlich wurden auf den Kanaren nur 4,9mm Niederschlag gemessen. Das sind nur rund 10% der durchschnittlich zu erwartenden Niederschlagsmenge in einem November. Damit war der November 2022 der dritttrockenste seit 1961.

Sehr warmer Sommer 2022 auf den Kanaren

Auch der Sommer 2022 war auf den Kanaren schon sehr warm. Die Durchschnittstemperatur lag in diesem Sommer bei 22,4 Grad und somit 0,9 Grad über dem Normalwert.

Spanien (Festland) hat in 2022 sogar einen „extrem heißen“ Sommer erlebt. Die Durchschnittstemperatur lag bei 24 Grad. Die Temperaturanomalie lag damit um 2,2 Grad über dem Normalwert. Dies ist die höchste Anomalie seit 1961.

Temperatur Anomalie Spanien
Serie der Temperatur-Abweichungen vom Normwert seit 1961 im Sommer, spanisches Festland

Seit 1989 wurden 22 positive und 11 negative Abweichungen vom Normalwert registriert. Seit 2015 war die Anomalie immer positiv. Die Sommer waren also seitdem immer wärmer als der Normalwert.

Von 1961 bis 1988 war die Temperaturabweichung dagegen immer negativ oder Null, es war also kälter als im 30-jährigen Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010.

Für Klimaforscher ist dieser Trend ein Indiz von vielen für die Globale Erwärmung

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11 Kommentare

  1. Von mir aus darf es gerne noch wärmer werden, Karibik würde ich mir wünschen, 27 Grad Wassertemperatur year round und Kokospalmen, aber ohne 10 Stunden Flug…man sagt ja Fuerte wäre das europäische Hawaii aber da fehlen noch ein paar Grad…

    Jedenfalls habe ich im November 23.5 Grad und im Dezember 22 gemessen

  2. Ich kenne nicht die Ausgangslage und nicht alle Fakten zu dieser Thematik, deshalb kann mir keine differenzierte Meinung darüber bilden und werde es nicht kommentieren.
    Sätze die man viel zu selten liest.

  3. Ja, und der Wind, ne? Es war 2022 auch weniger Wind als üblich. Bald könnte die Insel einen neuen Namen gebrauchen, Fuerte Ventura passt dann so nicht mehr ganz …

  4. Die Insel ist grün wie nie, überall Teiche, aber es hat zu wenig geregnet, klar. Wer das glaubt, wird selig. Und sollte sich gleich die 5. Impfung holen.

    Mir gefällt die Wärme. Dafür kommt man her.

    • Tja Markus, das „Grün“ im November und die „Teiche“ sind Folgen des Tropensturms Hermine Ende September, eines Extremwetterereignisses, das in der Nähe der Kanaren sehr ungewöhnlich ist. Im Beitrag geht es aber um die äußerst geringen Niederschläge im November und im Sommer insgesamt. Ist schon doof, wenn man nicht in der Lage ist, solche wichtigen Details zu erfassen und einzuordnen und dann noch über andere lacht, gelle?

      • Markus hat trotzdem recht, denn wenn man trotz nie dagewesener Vegetation schreibt, trockenster November seit wasweisich, dann ist das Propaganda. Es mag stimmen, ist aber aus dem Kontext gerissen.

        Man könnte auch sagen: ein regenreicher Herbst. oder „nach einen trockenen Sommer ergiebige Niederschläge im letzten Quartal“

        Fakt ist, alles super, super schöner Sommer in D, super schöner Sommer auf der Insel, trotzdem reichlich Feuchtigkeit und optimale Ernten. So darf es gerne jedes Jahr sein.

        Passt aber nicht zum Narrativ, kann das sein? Es gab mal eine Zeit, da hat Journalismus das Handeln der Regierung hinterfragt und kritisiert.

        • Ach Jochen, für Kakteen mag die Erwärmung ja ganz nett sein, aber nur, wenn es kein „Narrativ“ wäre. Und im „Aus-dem-Kontext-Reißen“ bist Du selbst sein Meister, gelle! Es ist durchaus richtig, dass einige Agrarprodukte in Deutschland von dem frühen Regen und den hohen Temperaturen im Sommer in Deutschland profitiert haben (Getreide, Obst), aber hast Du Dich mal informiert, wie es mit Könermais und Zuckerrüben nach der Trockenheit im Sommer aussieht? Die Getreidebauern in Spanien sprechen übrigens von einem Katastrophenjahr mit Ernteverlusten von 20 bis 30%. Das passt doch super zum „Narrativ“, dass die nördlicheren Länder tatsächlich erst einmal von der Erwärmung „profitieren“, und das (wie es im „Narrativ“ so schön heißt) auf Kosten der südlicheren Länder. Vielleicht gedeihen in Deutschland an der Nordsee bald Palmen und Kakteen, das wäre doch echt super! Für Dich! Und dass wir das „Grün“ auf Fuerteventura einzig und allein einem Extremwetterereignis zu verdanken haben, passt ja auch super ins „Narrativ“. Schließlich ist das doch genau das, wovon diese „Klimaspinner“ immer reden: mehr Extremwettereignisse! Aber Du fändest es sicher super, wenn wir auf den Kanaren karibische Verhältnisse bekämen, am besten mit einer ausgeprägten Hurrican-Saison.

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