Die Anzeige eines elfjährigen Mädchens aus Puerto del Rosario auf Fuerteventura hat maßgeblich dazu beigetragen, einen mutmaßlichen Sexualstraftäter zu überführen. Wie die spanische Nationalpolizei mitteilte, wurde ein 26 Jahre alter Mann in Alcanar in der Provinz Tarragona festgenommen. Ihm werden sexuelle Belästigung Minderjähriger, Exhibitionismus, Sextortion sowie der Besitz kinderpornografischen Materials vorgeworfen. Nach bisherigen Ermittlungen soll er 21 Mädchen im Alter zwischen neun und 17 Jahren aus verschiedenen Teilen Spaniens belästigt haben. Eines der Opfer stammt aus Fuerteventura.
Ermittlungen begannen mit einer Anzeige auf Fuerteventura
Die Ermittlungen wurden eingeleitet, nachdem das elfjährige Mädchen aus Puerto del Rosario Anzeige erstattet hatte. Nach Angaben der Nationalpolizei hatte das Kind über die Chatfunktion eines bekannten Videospiels zu einem angeblich 16 Jahre alten Jungen namens Álex Kontakt aufgenommen. „Àlex“ gewann das Vertrauen des Mädchens und forderte dann immer expliziere Bilder und der freundliche, romantische Ton der Unterhaltungen schlug in sexuelle Belästigung um. „Álex“ drohte dem Kind damit, die Bilder und Videos, die sie ihm geschickt hatte im Internet zu veröffentlichen und allen Freunden und ihrer Familie zugänglich zu machen. Zum Glück vertraute sich das Mädchen seinen Eltern an, die unverzüglich Anzeige erstatteten.
Tatverdächtiger auf dem spanischen Festland
Die Ermittlungen der Nationalpolizei konnten den Ursprung der Nachrichten in Alcanar auf dem spanischen Festland festmachen. Ein 26-jähirger arbeitsloser Mann, der bei seinen Eltern lebt und kaum sein Zimmer verließ, hatte auf seinen Rechnern und Tablets insgesamt 2958 Fotos und 213 Videos, die die Polizei als kinderpornografisches Materialien einstufte.
Der 26-jährige soll unter dem falschen Profil mit fast 200 Mädchen auf diversen sozialen Plattformen Kontakt gehabt haben. Mit 37 Kindern soll der Kontakt enger gewesen sein und 21 Mädchen im Alter von 9 bis 17 Jahren soll er sexuell belästigt haben.
Das Muster war überall gleich. Der Mann gewann als “16jähriger” zunächst das Vertrauen der Mädchen und brachte sie dazu, ihm Fotos und Videos mit pornografischem Inhalt zu schicken. Später drohte er damit die Bilder publik zu machen, wenn die Mädchen keine weiter Bilder oder Videos schicken wollten. Für die Kinder ein Teufelskreis aus Scham und Angst.
Viele Opfer bereits identifiziert
Die Nationalpolizei betont, dass inzwischen ein Großteil der Opfer identifiziert werden konnte. Gemeinsam mit den Sondereinheiten für Familien und Frauen im ganzen Land erhalten die betroffenen Minderjährigen und ihre Familien psychologische, rechtliche und polizeiliche Unterstützung. Der aktuelle Fall zeigt nach Einschätzung der Ermittler zugleich, welche Bedeutung eine frühzeitige Anzeige haben kann. Die Hinweise des Mädchens aus Fuerteventura führten letztlich zur Identifizierung des Tatverdächtigen und ermöglichten es, weitere mögliche Opfer zu schützen.
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