Fiese Masche: 25 Festnahmen in groß angelegtem Timesharing-Betrug

Die Timesharing-Branche hat einen höchst zweifelhaften Ruf, obwohl es durchaus seriöse Anbieter in diesem Sektor gibt, und die Grundidee per se nicht schlecht ist.

Der Nationalpolizei ist nun auf Teneriffa ein Ermittlungserfolg in einem groß angelegten Betrugsfall gelungen, in dem rund 2.000 Inhaber von Timesharinganteilen um insgesamt rund 10 Mio. Euro geprellt wurden.

Die Masche der mutmaßlichen Betrüger bestand darin, „Spione“ in Timesharingunternehmen auf den Kanarischen Inseln als Mitarbeiter einzuschleusen und so an die Kundenlisten der Unternehmen zu kommen. So konnten sie den Eigentümern von Timesharinganteilen fiktive Kaufangebote unterbreiten, indem sie sich als Vermittler ausgaben, die einen interessierten Käufer in der Hinterhand hatten.

Da das Hauptproblem bei Timesharinganteilen die Wiederveräußerung ist, weil es praktisch keinen Zweitmarkt dafür gibt, kam das Angebot für 2.000 Betrugsopfer wahrscheinlich wie gerufen, und sie gingen den Betrügern auf den Leim. Um die Verkaufstransaktion durchzuführen, wurden Verträge ausgetauscht, woran falsche „Notare“ und falsche Mitarbeiter der Finanzbehörde beteiligt gewesen sein sollen. Damit das Geschäft vollständig abgeschlossen werden konnte, sollten die Verkäufer Steuern und Gebühren zahlen.

Natürlich gab es keinen Verkauf, keine notarielle Beurkundung und kein Geld für die Verkäufer. Vielmehr setzten sich die Betrüger mit den geleisteten Zahlungen ab.

Nach ersten Ermittlungen wurde ein Deutscher festgenommen, der mit diversen falschen Identitäten agierte, mit denen er Bankkonten eröffnete und die Gelder, die die geprellten Opfer zahlen, abhob. Insgesamt wurden 24 Verdächtige auf Teneriffa und einer auf Gran Canaria festgenommen.

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