Spanischer Automobilmarkt weiter schwach

In Spanien sind in 2010 rund 981.500 PKW zugelassen worden. Das sind zwar im Vergleich zum Vorjahr rund 3% mehr, dennoch sind Spaniens Automobilhersteller und –händler in großer Sorge.

Die über das Gesamtjahr knapp positive Bilanz im Automobilabsatz konnte nämlich nur über die relativ großen Zuwachsraten in den ersten sechs Monaten 2010 gegenüber 2009 erreicht werden. Diese Sonderkonjunktur wurde jedoch durch den Plan2000E, die spanische Version der Abwrackprämie, genährt. Seit dem Auslaufen des Plan2000E im Juni 2010 lagen die Verkaufszahlen in den Folgemonaten jeweils rund 20% unter den Monatswerten des Vorjahres. Auch die Erhöhung der Mehrwertsteuer um 2 Prozentpunkte dürfte den Autoabsatz weiter negativ beeinflusst haben.

Die Automobilhersteller befürchten, dass eine dauerhafte Krise mit weniger als 1 Mio. verkaufter Fahrzeuge pro Jahr dazu führen wird, dass Hersteller nichts in ihre spanischen Produktionsstandorte investieren und neue Modelle eher in wachsenden Märkten produzieren. Dies hätte einen massiven Verlust von Arbeitsplätzen zur Folge.

Autoimporteure und Vertragshändler geben an, in Spanien über eine Vertriebstruktur zu verfügen, die für 1,5 bis 1,6 Mio. Autos pro Jahr ausgelegt ist. Wenn die Verkaufszahlen weiter im Keller bleiben, könnten zu den 30.000 Arbeitsplätzen, die bereits verloren gegangen sind, noch weitere 10.000 in naher Zukunft abgebaut werden.

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