Madrid setzt auf Vergünstigungen bei Teilzeitverträgen

Die spanische Regierung hat am 11.02.2011 ein Sofortprogramm für die Förderung von Teilzeitarbeit beschlossen. Firmen mit weniger als 250 Mitarbeitern, die Arbeitnehmer unter 30 Jahren oder Langzeitarbeitslose einstellen, müssen für neu eingestellte Teilzeitkräfte keine Sozialversicherungsbeiträge bezahlen.

Unternehmen mit mehr als 250 Angestellten zahlen nur 25% der „normalen“ Beiträge.

Die Maßnahme soll für die Dauer eines Jahres gelten.

Die Sprecherin der Coalición Canaria im Abgeordnetenhaus, Ana Oramas, bezeichnete die Beschäftigungsmaßnahme als „perfekt für den Tourismussektor auf den Kanaren“ und sagte einen starken Anstieg der Einstellungen in den nächsten Monaten voraus.

Weniger optimistische sieht der Präsident des Unternehmerverbands der Kanaren, Sebastián Grisaleña, der davon ausgeht, dass „alle Maßnahmen zur Förderung der Beschäftigung interessant, aber von zweifelhafter Wirkung seien, solange die Wirtschaft nicht um wenigstens 2% pro Jahr wachse“. Ebenso sieht es der Präsident des Arbeitgeberverbandes der Tourismusbranche, Fernando Fraile, für den das Beschäftigungswachstum von der dauerhaften Steigerung der Auslastung der Hotels und nicht von Konjunkturprogrammen zur Beschäftigungsförderung abhängt.

Die großen Gewerkschaften UGT und CCOO befürworten den Plan, bleiben aber in Alarmbereitschaft. Der Generalsekretär der CCOO glaubt, dass dank der Maßnahme auf den Kanaren bis zu 25.000 Personen eingestellt werden könnten.

Nach Schätzungen der Regierung muss die Sozialversicherung für jeden Teilzeitangestellten auf 262€ an Sozialversicherungsabgaben verzichten. Auf der anderen Seite der Bilanz stehen jedoch die Einsparungen für Arbeitslosengelder.

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