Spanien zieht Mehrwertsteuerschraube an

Spanien braucht dringend Geld. Zum 01.07.2012 hatte gerade erst die Kanarische Regierung, den allgemeinen Satz der IGIC, der „Kanarischen Mehrwertsteuer“ von 5 auf 7 Prozent erhöht. Nun folgt zum 1.09.2012 eine Erhöhung der IVA, der „Spanischen Mehrwertsteuer“. Durch die Anhebung der IVA will die spanische Regierung Mehreinnahmen von rund 22,1 Mrd. Euro bis 2014 erzielen. Der allgemeine IVA-Satz steigt von derzeit 18 auf 21 Prozent. Der reduzierte Steuersatz steigt von 8 auf 10%.

Viele Produkte und Dienstleistungen, die bisher dem reduzierten Steuersatz unterlagen, wird in Zukunft der allgemeine Satz angewendet, sodass manche Branchen eine Erhöhung der IVA-Sätze um satte 13% ertragen müssen. Betroffen sind z.B. Friseurketten, Kinos, Diskotheken und Bestattungsunternehmen. Kleinunternehmen, die nach sogenannten „módulos“ besteuert werden, werden jedoch weiterhin mit 10% Umsatzsteuer belastet.

Von der Anhebung der IVA ausgenommen sein, soll auch die Tourismusbranche, ohne dass bisher Details feststehen.

Der superreduzierte IVA-Satz von 4 Prozent wird weiterhin für Grundlebensmittel wie Brot, Milch, Käse, Eier, Obst und Gemüse, sowie für Bücher, Zeitschriften und Medikamente angewendet.

Die IVA beim Kauf einer neuen Immobilie auf dem spanischen Festland steigt ab Januar 2013 von derzeit 4 auf 10%. Damit folgt Spanien einer wichtigen Forderung aus Brüssel, steuerliche Anreize für den Immobilienkauf abzuschaffen. Die spanische Regierung hatte erst vor Kurzem die den IVA-Satz beim Immobilienkauf reduziert, um den am Boden zerstörten Immobilienmarkt zu reanimieren.

Die Kanaren sind von dieser Maßnahme vorerst nicht betroffen. Da die kanarischen Kassen jedoch ebenfalls leer sind und die IGIC-Sätze noch immer deutlich niedriger sind, als auf dem spanischen Festland, kann es durchaus sein, dass die kanarische Regierung hier weiteren Spielraum nach oben sieht.

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