Wiederansiedlung der seltenen Mittelmeer-Mönchsrobbe auf Fuerteventura möglich

Nach Untersuchungen der Küstengebiete auf den östlichen Kanareninseln halten Umweltschutzexperten eine Wiederansiedlung der Mittelmeer-Mönchsrobbe (Monachus monachus) auf Fuerteventura und Lanzarote für realistisch. Vor allem Fuerteventura besitzt ideale Bedingungen, was Meeres- und Küstengebiete anbelangt und erfüllt somit die nötigen Voraussetzungen, um der seltenen Meeressäugerart einen natürlichen Lebensraum zu bieten.

Am Dienstag, den 11.06.2014 kamen Experten verschiedener Länder in Corralejo bei der 6. Sitzung des „Aktionsplans für die Wiederansiedlung der Mittelmeer-Mönchsrobbe im Ostatlantik“ zusammen, um über die Durchführbarkeit des Programms auf Fuerteventura zu beraten.

Mit einem geschätzten Bestand von nur 500 Individuen gilt die einzige Robbenart des Mittelmeers als eines der seltensten Säugetiere in ganz Europa. Mönchrobben-Kolonien auf Fuerteventura konnten bis in die 20er-Jahre regelmäßig gesichtet und sogar bis in die 50er-Jahre an den Küsten der Insel beobachtet werden.

Die Verfolgung durch Fischer und die starke Umweltverschmutzung der Lebensräume hat dazu geführt, dass diese Robbenart heute stark vom Aussterben bedroht ist und aus vielen ursprünglichen Verbreitungsgebieten verschwunden ist.

Restpopulationen befinden sich unter Anderem noch an der afrikanischen Küste zwischen Marokko und der Westsahara, doch in vielen ursprünglichen Lebensräumen der Mönchsrobbe wird mit speziellen Wiederansiedlungsprogrammen versucht, neue Populationen der seltenen Tierart wiederaufzubauen. Dadurch konnte der Bestand in Cap Blanc im Süden der Halbinsel Mauretanien an der afrikanischen Westküste von nur knapp 100 Exemplaren in den 80er-Jahren auf momentan bis zu 250 Tiere ausgeweitet werden.

Auch auf Hawaii, Madeira und Marokko konnten bereits Wiederansiedlungserfolge erzielt werden. Die gemachten Erfahrungen sollen dabei helfen, dass die seltenen Meeressäuger auch wieder die Küsten von Fuerteventura zurückerobern.

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