Juwelenraub in Morro Jable möglicherweise aufgeklärt

Obwohl es sich eigentlich nicht um Angst und Schrecken verbreitende, weltweit berüchtigte Verbrecher handelt, können die Kanarischen Inseln dennoch stolz darauf sein, zwei Mitglieder der Gruppe international gesuchter Juwelendiebe „Pink Panther“ gefasst zu haben. Diese wurden wegen eines Raubüberfalls in Morro Jable auf Fuerteventura, bei welchem Schmuck und Uhren im Wert von zwei Millionen Euro erbeutet wurden, nach Ermittlungen der Guardia Civil festgenommen.

Interpol schätzt, dass die „Pink Panther“ unter anderem hinter 350 Raubüberfällen in Bahrein, Dubai, Spanien, dem Vereinigten Königreich, Japan, Italien, den USA, Griechenland und Frankreich stecken und im Laufe von 20 Jahren insgesamt wohl 500 Millionen Dollar Diebesgut erbeutet haben. Zwei dieser Räuber serbischer Abstammung befinden sich nun im Gefängnis in Salto del Negro auf Gran Canaria, während ein Dritter zwar nach Mitteleuropa geflohen ist, aber weiter von der Polizei verfolgt wird. Dennoch gilt es als wahrscheinlich, dass es von der Bande weitere Spuren auf der Insel gibt.

Die ehemaligen Söldner, die sich nach dem Krieg auf dem Balkan in eine organisierte Verbrecherbande verwandelt haben, bekamen ihren ungewöhnlichen Namen durch die Britische Polizei. Ähnlich wie in einem der gleichnamigen Filme „Pink Panther“, in dem ein Dieb einen Edelstein in einer Flasche Rasiercreme versteckt hat, haben sie so im Mai 2003 in London einen Diamantring gestohlen.

Polizeieinheiten aus aller Welt fahnden nach der Gruppe – Interopol hat sogar ein entsprechendes „Pink Panther Project“ eingerichtet, in dem Experten aus dutzenden Ländern der Welt, unter anderem auch Spanien, zusammenarbeiten und ihre gesammelten Daten regelmäßig in Sitzungen zusammenführen.

Zu den spektakuläreren Überfällen gehört beispielsweise im Jahr 2004 der Diebstahl der Halskette „Comtesse de Vendome“ in Tokyo mit 116 Diamanten, darunter einem mit 125 Karat, im Gesamtwert von 20 Millionen Pfund, drei Jahre später der Überfall auf das Juweliergeschäft Graff de Dubai mit Beute im Wert von drei Millionen Euro oder der Überfall auf den Juwelier Harry Winston in Paris, bei dem Schmuck im Wert von ca. 80 Millionen Euro entwendet wurde.

2014 wurde mit Borko Ilincic in Madrid eines der wichtigsten Mitglieder der Gruppe für den Raub in Dubai festgenommen. Die „Pink Panther“ gelten nicht als gewöhnliche Verbrecherbande mit klarer Hierarchie oder Struktur, sondern eher als eine international operierende Gruppe von wahrscheinlich über 200 Räubern, die in zahlreiche Zellen unterteilt sind und ihren Ursprung im Balkan haben.

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