Was geschieht mit Altglas auf Fuerteventura?

Altglas

Böse Zungen behaupten immer wieder: „Müll trennen und Glas sammeln macht auf Fuerteventura doch gar keinen Sinn! Die kippen doch auf der Deponie eh alles wieder zusammen, schließlich können die Wertstoffe hier doch mangels Fabrik gar nicht weiterverarbeitet werden!“

Warum sollten also die zuständigen Inselverwaltungen (Cabildos) überhaupt Glascontainer aufstellen?

Weil die bösen Zungen falsch liegen! Tatsächlich ist Altglas der einzige Wertstoff auf den Kanaren, der vom Abfall bis zum neuen Produkt den vollständigen Lebenszyklus auf den Inseln durchläuft.

Auf Fuerteventura ist das Cabildo für das Glasrecycling zuständig. Das Cabildo hat die Aufgaben des Altglas-Managements an die nicht gewinnorientierte Organisation Ecovidrio übertragen. Die eigentliche Leerung der Container erfolgt durch das Abfallunternehmen „Recuperadora Canaria de Residuos“.

Momentan gibt es auf Fuerteventura 559 Glascontainer, die auf der gesamten Inseln auf öffentlichen Straßen und in Hotelanlagen aufgestellt sind. Das dort gesammelte Glas wird zum Entsorgungskomplex in Zurita bei Puerto del Rosario gebracht und dort zwischengelagert, bis ausreichend große Mengen zusammenkommen um Seecontainer für den Weitertransport nach Gran Canaria zu beladen.

Auf Gran Canaria befindet sich dann auch das einzige Glasrecyclingwerk des kanarischen Archipels, in dem sämtliches Altglas aller Inseln, über 33.000 Tonnen pro Jahr, zusammenkommt. Das Werk ist seit 1989 in Betrieb. Es ist das kleinste seiner Art in ganz Spanien und arbeitet an der unteren Grenze der Rentabilität. Die Maschinen können pro Stunde13 Tonnen Glasscherben nach den Farben weiß, braun und grün sortieren und erreichen dabei eine Qualität, die die Anforderungen auf dem spanischen Festland übererfüllen.

Vom Recycling-Werk wird das sortierte Glas in die benachbarte Glasfabrik Vidrieras Canarias S.A. (VICSA) geliefert, die 100% des aufbereiteten Glases aufkauft. VICSA produziert pro Jahr über 160 Mio. Glasgefäße und Flaschen und deckt damit 98% des gesamten Marktes auf den Kanaren ab. Auerßdem exportiert das Unternehmen Glasbehälter in 27 Länder, überwiegend in Afrika und Lateinamerika.

Durch die lokale Gewinnung von Recyclingglas werden erhebliche Einsparungen beim Import von Rohstoffen erzielt.

Glas kann praktisch beliebig oft recycelt werden, ohne dass das Endprodukt an Qualität einbüßt. Das Einschmelzen von Altglas erfordert geringere Temperaturen als das Schmelzen der Rohstoffe Quarzsand, Kalk und Soda, wodurch sehr viel Energie gespart wird.

Insgesamt werden auf den Kanaren pro Jahr rund 126 Mio. Glasgefäße gesammelt. Der Vergleich mit den 160 Mio. Gefäßen, die jedes Jahr produziert werden, zeigt, dass Glasrecycling auf Fuerteventura und den Kanaren durchaus Sinn macht.

Spanienweit stammt rund die Hälfte aller gesammelten Glasbehälter aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe. Dieser Anteil dürfte auf den Kanaren noch höher liegen.

3 Kommentare

  1. Immerhin mal eine Positive Meldung ich persönlich habe den Eindruck das Fuerteventura jedesmal mehr zugemüllt ist wenn ich mal wieder dort bin.Überall in der Landschaft liegen Plastikabfälle und leere Getränkedosen rum.Dies vermute ich mal kommt von den Touristen.Die vielen Möbelstücke welchen ebenfalls herrenlos in der Landschaft liegen jedoch nicht .Wer nimmt schon seinen Haushalt mit um ihn tausende Km weit zu entsorgen.Hier sollte die Inselregierung mal aktiv werden.Mir tut es persönlich weh wenn man diesen Zustand der immer schlimmer wird bei jedem Urlaub sehen muss.Ich selbst verstaue meineleeren Getränkeflaschen in meinem Rucksack um sie nach dem Strandbesuch an einem der bereitgestellten Müllgefäß zu entsorgen.

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