Erstes Treffen der deutschen Residenten auf Fuerteventura

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Am 23.01.2018 fand im Hotel Parador in Puerto del Rosario das erste Treffen der deutschen, österreichischen und schweizer Residenten auf Fuerteventura statt. Organisiert wurde das Treffen von den beiden deutschen Geschäftsfrauen Sabine Kiesewein und Heike Bludau gemeinsam mit Moises Jorge Naranjo, dem Geschäftsführer des Fremdenverkehrsbüros auf Fuerteventura. Ebenfalls anwesend, allerdings nur während der ersten 20 Minuten, war Blas Acosta Cabrera, Vizepräsident des Cabildo de Fuerteventura.

Ca. 50 Personen waren der Einladung gefolgt, darunter Geschäftsleute aus diversen Branchen, Künstler und Ruheständler.

Bei einer kurzen, einleitenden Begrüßung erklärten die Organisatoren das Ziel des Treffens: „Was kann Fuerteventura tun, um als Touristenziel noch attraktiver und wettbewerbsfähiger zu werden“? Die Veranstaltung sollte also ein kollektives Brainstorming werden, bei dem jeder seine Ideen, Verbesserungsvorschläge und Kritik im Hinblick auf eine Verbesserung des Tourismus auf Fuerteventura vorbringen konnte.

Moises betonte gleich zu Beginn des Treffens, dass er kein Politiker, sondern Techniker sei, und dass es folglich auch keine politische Veranstaltung werden sollte. Zum Erstaunen vieler Anwesender machte Moises auch keinen Hehl aus seiner Einschätzung der meisten Lokalpolitiker auf Fuerteventura: „Die Politiker auf der Insel haben keine Ahnung, und viele Politiker und Beamte sind mir einfach zu faul“.

Der erste Punkt, der von einem der Anwesenden vorgetragen wurde, war das Thema Müll und Verschmutzung. Wilde Mülldeponien, überquellende Recyclingbehälter, verzögerte Abholung von Sperrmüll, fehlende Strandreinigung und mangelnde Information über Entsorgungsmöglichkeiten z.B. für Bauschutt oder Sperrmüll wurden moniert. Allerdings wurde von anderen Teilnehmern angemerkt, dass Fuerteventura von vielen Urlaubern als sehr sauber wahrgenommen wird.

Ein weiterer Vorschlag betraf die Verbesserung des öffentlichen Busnetzes, insbesondere die Möglichkeit, für Touristen mit dem Bus auch kleinere Ortschaften wie z.B. Betancuria besser zu erreichen. Ebenfalls bedauert wurde von einigen Teilnehmern der Wegfall der blau-gelben Lokalbusse, die vor ein paar Jahren im Gemeindegebiet von Pájara im Süden von Fuerteventura unterwegs waren und von vielen Urlaubern sehr gerne genutzt wurden.

Kritisiert wurden die Öffnungszeiten der Museen, die vom Cabildo de Fuerteventura betrieben werden, da diese an Wochenenden und Feiertagen geschlossen seien, und dass die Museen personell so schwach besetzt seien, dass sie geschlossen blieben, wenn ein Mitarbeiter erkrankt. Mittlerweile sind bereits drei Museen privatisiert worden, die nun an 365 Tagen im Jahr geöffnet sind. Es sei zu erwarten, dass in Zukunft noch weitere Museen privatwirtschaftlich betrieben werden.

Ein kritischer Einwand bezog sich auf die allgemeine Überregulierung im Tourismussektor durch die Kanarische Regierung. Die Gesetzgebung deute oft darauf hin, dass viele Gesetze direkt aus der Feder von Lobbyisten stammen, und dass diese Regulierungen innovative oder individuelle touristische Dienstleistungen verhindern, die eigentlich für einen qualitativ hochwertigen Tourismus auf Fuerteventura sehr förderlich wären. In diesem Zusammenhang wurde das neue Aktiv-Tourismusgesetz genannt, das am 18.02.2018 in Kraft tritt. In diesem Gesetz wird z.B. vorgeschrieben, dass alle Tourleiter von Ausflügen, wie Wanderungen, Fahrradtouren usw. ein amtlich anerkanntes Zertifikat über spanische Sprachkenntnisse der Stufe B1 nachweisen müssen, während auf der anderen Seite keine Fremdsprachenkenntnisse wie z.B. Deutsch oder Englisch verlangt werden, die nötig wären, um sich mit einem Großteil der ausländischen Urlauber unterhalten zu können. Moises bestätigte, dass er dieses neue Gesetz für unsinnig halte.

Auch das Fehlen des Verkaufsarguments „Sicherheit“, die Urlauber auf Fuerteventura genießen dürfen, in den touristischen Werbeaktivitäten wurde angesprochen. Dies könne z.B. ein wichtiges Kriterium für Fuerteventura gegenüber konkurrierenden Reisezielen wie der Türkei, Ägypten usw. sein, müsste aber besser beworben werden. Zum anderen müsse man auch über das Thema Sicherheit beim Baden aufklären. Jeder Urlauber, der beim Baden auf Fuerteventura ums Leben kommt, ist die schlechteste denkbare Werbung.

Die sprachliche Qualität der touristischen Werbematerialien wurde thematisiert. Es gebe doch auf Fuerteventura so eine große deutschsprachige Gemeinschaft, dass sich mit Sicherheit ein muttersprachlicher Werbeexperte finden ließe, der sich die Texte vor der Veröffentlichung noch einmal vornehmen kann, äußerte eine ehemalige Reiseleiterin.

Leider reichte bei dem ersten Treffen die Zeit nicht aus, um alle Themen anzusprechen, oder um sogar weiter in die Tiefe zu gehen.

Moises versprach, alle angesprochenen Punkte zu bearbeiten und an die jeweils zuständigen Stellen in den Gemeinden, Verwaltungen bei der Kanarischen Regierung und bei der Presse vorzulegen. Er lege sehr großen Wert auf die Meinung der deutschsprachigen Mitbürger auf Fuerteventura, weil diese die Insel aus der Perspektive und mit den kulturellen Hintergrund der wichtigsten Urlaubergruppe der Insel sehen. Außerdem stellte er in Aussicht, dass solche Treffen mindestens alle zwei Monate stattfinden werden, um bei den Behörden Druck aufzubauen und tatsächlich etwas zu bewegen.

Das Treffen endete mit einem kleinen Umtrunk und ein paar Snacks und der einen oder anderen netten Unterhaltung in der Bar des Hotels.

1 Kommentar

  1. Wo wann bitte werden Sprachkurse über das Erlangen eines Zertifikats der B1STUFE abgehalten? Aus purer Neugier ,gibt es auch Zertifikate der A1 Stufe wenn ja wofür werden sie vorgeschrieben?
    Herzlichen Dank im voraus.

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