Die Odyssee eines brennenden Frachtschiffes vor den Kanaren

Es gibt wohl kaum etwas, was Seeleute so fürchten, wie Feuer an Bord ihres Schiffes. Doch genau dieses Schicksal ereilte am 13.08.2017 den Schüttgutfrachter „Cheshire“ der britischen Reederei Bibby Line, der rund 70 Seemeilen südlich von Gran Canaria Feuer fing.

Das Schiff war mit knapp 57.000 Tonnen Ammonium-Nitrat-Düngemitteln von Norwegen nach Thailand unterwegs.

Viel mehr, als die Besatzung von Bord zu holen, konnten die Rettungskräfte zunächst nicht für das havarierte Schiff tun. Ansonsten blieb nur die Hoffnung, dass es sind im Meer versinkt und eine Umweltkatastrophe verursacht.

Auch rund eine Woche später konnten Techniker immer noch nicht an Bord gehen, um den Zustand des Schiffes zu überprüfen, obwohl der Brand in den Laderäumen 4 und 5 zurück- oder gar ausgegangen ist. Laderaum Nummer drei zeigt noch immer eine starke Rauchentwicklung, während die Laderäume 1 und 2 scheinbar von Feuer verschont geblieben sind.

Vier Schlepper halten das führerlose Schiff auf Kurs und versuchen es per Wasserstrahl abzukühlen. So soll verhindert werden, dass es zu dicht in kanarische Gewässer treibt und es doch noch zu einer Katastrophe kommt.

Die Reederei sucht nun nach einen Hafen, in den das Schiff einlaufen kann, sobald der Brand vollständig verlöscht ist, um die Reste der Fracht zu entladen und den Frachter zu reparieren. Schließlich dürfte es sich bei dem erst 2012 gebauten Schiff kaum um einem Seelenverkäufer gehandelt haben.

Die Kanarische Regierung schließt jedoch kategorisch aus, dass das Schiff einen kanarischen Hafen anlaufen kann, bevor nicht Techniker der Hafenbehörde sich einen eigenen Eindruck vom Zustand an Bord gemacht haben.

Es kann also noch eine Weile dauern, bis das weitere Schicksal der Cheshire besiegelt wird.

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