Tropische Korallen erobern kanarische Häfen

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Eigentlich ist der Atlantik bei den Kanaren zu kalt für tropische Korallen. Eigentlich. Denn Wissenschaftler haben kürzlich Kolonien der Korallenarten Tubastrea coccinea (Orange Sonnenkoralle) und Oculina patagonica in der Nähe der großen Häfen von Las Palmas de Gran Canaria und Santa Cruz de Tenerife entdeckt.

Beide Arten, so sind sich die Experten einig, sind quasi als blinde Passagiere auf dem Seeweg angereist, entweder mit Schiffen oder Ölplattformen, die auf den Kanaren repariert werden, nachdem sie in den tropischen Zonen des Atlantiks vor Brasilien, der Karibik oder im Golf von Guinea im Einsatz waren. Aber auch aus Indonesien und dem Mittelmeer könnten die Korallen angereist sein.

Die Ansiedlung solcher Arten, die in kanarischen Gewässern eigentlich nicht heimisch sind, wird nach Ansicht der Wissenschaftler vom Klimawandel bzw. der damit einhergehenden Erwärmung der oberen Meeresschichten begünstigt.

Die Wissenschaftler befürchten, dass es sich bei Tubastraea um eine potentiell invasive Art handelt, die grundsätzlich in der Lage ist, sich schnell zu verbreiten und zumindest in Korallenriffen große Bereiche zu überwuchern.

Da auf den Kanaren die Populationen noch sehr begrenzt sind und es keine Korallenriffe gibt, ist es nicht möglich, vorherzusagen, welche Auswirkungen eine weitere Ausdehnung auf die kanarischen, nicht auf Korallenriffen basierenden Meeresökosysteme haben wird.

In einem bis 2020 angesetzten und von der Kanarischen Regierung mitfinanzierten Projekt sollen die möglichen Auswirkungen und die weitere Entwicklung der exotischen Arten untersucht werden.

Die Invasion von exotischen Arten ist auf den Kanaren nicht nur unter Wasser ein Problem. Zu den auf Fuerteventura auffälligsten Vertretern der invasiven Arten gehört z.B. das Nordafrikanische Borstenhörnchen (Atlantoxerus getulus). Bei den Pflanzen gehört das Lampenputzergras (Pennisetum setaceum) zu den hartnäckigsten unerwünschten Einwanderern.

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