Grundstücksverkäufe auf den Kanaren legen stark zu

Wohnungsbau

Der Markt für Grundstücke auf den Kanarischen Inseln erwacht aus seinem Dornröschenschlaf. Nach Angaben des spanischen Wirtschaftsministeriums ist die Zahl der Grundstücksverkäufe auf den Kanaren im ersten Quartal 2018 um 29% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Insgesamt wurden 182 Grundstücksverkäufe im ersten Quartal 2018 registriert. Das Transaktionsvolumen betrug rund 36 Mio. Euro, 35% mehr als im Zeitraum des Vorjahres. Rund 195.000 Quadratmeter wechselten den Eigentümer.

Steigende Mieten sorgen für steigende Nachfrage nach Bauland

Grund für den Anstieg der Nachfrage nach Baugrundstücken sei die steigende Nachfrage nach Wohnungen und insbesondere die steigenden Mieten.

Die aktuelle Zahl von Grundstücksverkäufen wurde zuletzt in 2009 erreicht. In den Krisenjahren wurden auf den Kanaren pro Quartal weniger als 100 Grundstücke verkauft. Vor der Krise lag die Zahl der Transaktionen pro Quartal bei über 1.000. Pro Quartal wurden gewöhnlich über 1 Mio. Quadratmeter gehandelt.

Der Anstieg der Grundstücksverkäufe auf den Kanaren ist ein Zeichen für einen wachsenden Immobilienmarkt. In den Hauptstädten der Inseln kann man wieder Baukräne sehen und Grundstücke, die für den Wohnungsbau vorbereitet werden.

Allerdings ist die derzeitige Situation nicht mit den Zeiten des „Immobilienbooms“ vor der Krise zu vergleichen.

Hoffnung auf eine Aufwärtsspirale am Arbeitsmarkt

Mit dem Zusammenbruch der Bau- und Immobilienbranche im Jahr 2008 sind auf den Kanarischen Inseln Zehntausende von Arbeitsplätzen im Bausektor verloren gegangen. Ein gesundes Wachstum im Wohnungsbau könnte die sehnlich erwarteten Impulse für den kanarischen Arbeitsmarkt bringen. Während der Krise war die Arbeitslosenquote auf rund 35% gestiegen. Mittlerweile ist die Arbeitslosenquote dank der wirtschaftlichen Erholung wieder auf 20% gesunken. Dennoch ist die Arbeitslosigkeit nach wie vor eines der größten Probleme der kanarischen Wirtschaft.

Mehr Wohnungsbau könnte zu sinkenden oder wenigstens nicht weiter steigenden Mieten führen. Wenn mehr Menschen in der Baubranche einen Job finden, können diese wieder mehr Geld für Konsumgüter oder eben auch für das Wohnen ausgeben, was die Nachfrage weiter antreibt. Das kann wieder zu mehr Beschäftigung führen usw. Eine solche Aufwärtsspirale über mehrere Branchen (Bau, Immobilien, Dienstleistungen, Einzelhandel) wäre für den kanarischen Arbeitsmarkt ein Segen. Vor allem dann ,wenn diese Spirale sich langsam aber stetig drehen würde.

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