Fuerteventura: langjährige Haftstrafen für Drogenschmuggler innerhalb der Guardia Civil

Drogenbündel Caso Botavara

Der Fall „Botavara“ gilt als einer der schwersten Fälle von Polizeikorruption auf den Kanarischen Inseln. Insgesamt 5 Beamte der Guardia Civil hat das Strafgericht von Las Palmas nun wegen Drogenhandels und weiterer Delikte verurteilt.

Das Gericht sah es als bewiesen an, dass vier der Hauptverdächtigen die Anlandung eines Schlauchbootes mit knapp 1.000kg Haschisch organisiert hatten. Die Tat ereignete sich im Februar 2013 in El Cotillo an der Nordküste Fuerteventuras. Die Verurteilten engagierten 6 weitere Zivilisten, die ihnen beim Entladen des Bootes halfen. Sie waren außerdem für das Verstecken und Bewachen der Drogen zuständig.

In der Tatnacht gelang es den Tätern, 733kg Haschisch zu entladen. Da das Boot jedoch auf den Felsen havarierte, gingen weitere 208kg über Bord. Diese wurden später von Polizeitauchern geborgen. Die illegale Ware hatte einen Schwarzmarktwert von rund 1 Mio. Euro.

Um die eigene Drogenlieferung reibungslos abwickeln zu können, gab einer der Verurteilten seinen Vorgesetzten falsche Informationen über eine vermeintliche Drogenlieferung an einer anderen Stelle auf der Insel.

Die in den Fall Botavara verwickelten Beamten waren auf Fuerteventura als „Grupo 7“ bekannt. Dies ist eine Anlehnung an den Titel eines spanischen Kinofilms über gewalttätige Polizisten während der Expo 1992 in Sevilla.

Die Festnahme der korrupten Polizisten erfolgte durch Beamte der Kommandantur von Las Palmas.

Die Bildung einer kriminellen Vereinigung, die Folter von Festgenommenen und die Manipulation von Beweismitteln wurde den Verurteilten zwar vorgeworfen, konnte aber letztlich nicht bewiesen werden. Dennoch reichten die Beweise für lange Haftstrafen.

Hohe Haftstrafen gegen Guardia-Civil-Beamten im Fall Botavara

Die vier Hauptverdächtigen wurden jeweils zu 9 bzw. 10 Jahren Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe von 3,45 Mio. Euro verurteilt. Hinzu kommt jeweils noch das Verbot für eine Beschäftigung im öffentlichen Dienst für die Dauer von 11 bis 13 Jahren. Neben Drogenhandel ergingen die Urteile auch wegen einer Hausdurchsuchung ohne richterlichen Beschluss bzw. wegen Behinderung der Justiz.

Gegen einen fünfte Guardia-Civil-Beamten sprach das Gericht wegen der Beteiligung an der illegalen Hausdurchsuchung ein Verbot für einen Beschäftigung im öffentlichen Dienst für die Dauer von zwei Jahren aus.

Auch die Zivilisten, die an der Tat beteiligt waren, erhielten Freiheitsstrafen und Geldstrafen, vier von ihnen wegen Drogenhandels. Das Strafmaß lag zwischen einem Jahr und neun Monaten Haft und 575.089€ Geldstrafe und 4 Jahren Haft und 1,15 Mio. Euro Geldstrafe.

Zwei weitere wurden zu einem Jahr und drei Monaten sowie 75.000€ Geldstrafe verurteilt. Die hatten den Haupttätern geholfen, ein Drogenpaket aus dem Meer zu bergen.

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