Kanarische Flüchtlingszentren überfüllt: Unterbringung im 4-Sterne-Hotel

Flüchtlinge-Boot

Allein im Oktober 2019 sind 20 Flüchtlingsboote mit 469 Personen auf den Kanarischen Inseln angekommen. Im gesamten Jahr 2019 bis einschließlich 14.11.2019 kamen bereits 1.493 Migranten, davon 240 Minderjährige, auf die Kanaren. Mindestens 20 Menschen sind in 2019 bisher auf dem Weg von Afrika zu den Kanarischen Inseln ums Leben gekommen.

Doch die Kanarischen Inseln sind auf diesen Anstieg der Flüchtlingszahlen nicht vorbereitet. Das „Internierungszentrum für Ausländer“ (Centro de Internamiento de Extranjeros/ CIE) auf Fuerteventura ist geschlossen, das in Barranco Seco auf Gran Canaria befindet sich im Umbau und deshalb nur teilweise in Betrieb. Das Rote Kreuz betreut zurzeit rund 400 Migranten in Las Palmas de Gran Canaria und musste bereits Personen in anderen Gemeinden oder gar auf anderen Inseln unterbringen, weil die Kapazitäten nicht mehr ausreichen.

Insbesondere der gestiegene Anteil an Frauen und Kindern stellt die Behörden vor besondere Herausforderungen.

Grundsätzlich will man vermeiden, dass Kinder von ihren Eltern getrennt werden. Doch genau dies ist im Fall von drei Frauen geschehen, die Ende November mit einem Boot in Gran Tarajal auf Fuerteventura angekommen sind. Da das CIE auf Fuerteventura geschlossen ist, wurden die drei Frauen gemeinsam mit den anderen volljährigen Immigranten im Polizeigewahrsam untergebracht. Ihre Babys dagegen wurden zu ihrer Sicherheit auf Anordnung der Jugendstaatsanwaltschaft in staatliche Obhut gegeben.

Kanarisches System zur Unterbringung von Migranten vor dem Kollaps

Da die Plätze in den „Internierungszentren für Ausländer“ nicht mehr ausreichen und z.B. unbegleitete Minderjährige dort auch nicht untergebracht werden können, werden die Migranten nach ihrer Ankunft in Herbergen untergebracht, bis sie in Aufnahmezentren gebracht werden können. Es gibt auch Migranten, die in Jugendheimen oder Wohngruppen für Jugendliche untergebracht sind.

Das Rote Kreuz hat ein Programm zur „Humanitären Betreuung“ gestartet, im Rahmen dessen die Organisation versucht, die Migranten auf den Kanarischen Inseln unterzubringen und ihnen das Erlernen der Sprache und der Kultur zu ermöglichen.

„Doch da so viele Menschen in Booten kommen, müssen wir alle Optionen ausschöpfen, um die Migranten so gut wie möglich unterzubringen, da es nicht genug Zentren gibt. Daher sind einige wenige, die verletzlichsten, provisorisch in einem bekannten 4-Sterne-Hotel in der Hauptstadt [Anmerkung der Redaktion: Las Palmas der Gran Canaria] untergebracht“, erklärt der Direktor des Roten Kreuzes. Es handelt sich dabei um rund 20 Frauen aus Subsahara-Afrika mit ihren Kindern“.

Die Unterbringung, egal in welcher Form, wird vom Spanischen Innenministerium bezahlt.

30 Migranten bitten Polizei um Essen und Wasser

Doch nur die wenigsten Migranten kommen in den Genuss eines 4-Sternehotels. Am 30. Oktober wurden rund 30 junge Afrikaner in Las Palmas de Gran Canaria auf freien Fuß gesetzt, weil es keine Unterbringung für sie gab. Ohne Obdach kamen sie zum Park „Santa Catalina“ und baten Beamten der Gemeindepolizei um Wasser und etwas zu essen.

Ende November hatte die Caritas 10 Männer aus Afrika in der Küche von El Tablero auf, die per Boot gekommen waren, um zu verhindern, dass sie auf der Straße schlafen müssen. Die Frauen waren in der „Casa del Marino“ untergebracht worden, die Minderjährigen in Jugendheimen.

Ankunft eines Flüchtlingsbootes in Morro Jable im Süden Fuerteventuras (Dez. 2018)

6 Kommentare

  1. Tja, jetzt ist es wieder soweit. Zumindest hat Torres dies verkündet. Die Kanaren laufen buchstäblich Gefahr, ein zweites Lampedusa zu werden… Traurig.

  2. Was für menschenverachtende und strohdumme Kommentare . Wer macht eine solche Überfahrt wohl freiwillig oder weil er seinen Lebensstandard verbessern will? Denkt doch mal nach bevor ihr solch einen Unsinn postet.

  3. Als wen die Menschen auf Fuerteventura nicht genug eigene Sorgen hätten. Wirtschaftsfluchtlinge. Wen ich nicht lache. Diese bestehen zum Teil nur aus JUNGEN Männer während die Älteren zuhause aufs Haus aufpassen

    40 Afrikaner auf freien Fuss gesetzt. Das kann ja was werden. In der Not werden auch diese Leute einen Weg finden an Geld und Essen zu kommen Betteln… Stehlen!?

  4. Sofort abschieben dorthin wo sie hergekommen sind.Diese illegalen Wirtschafts Asylanten belasten den Steuerzahler exzessiv genug.ES REICHT!

  5. Das sind Wirtschafts Flüchtlinge die sollten sofort nach Afrika zurück gebracht werden. Auf den Kanaren gibt es genug Arme Menschen kümmert euch um die.

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