Fuerteventura trauert: Symbolische Trauerfeier für das Geschäft von Ramón Catalán García

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In einem bewegenden Video hatte der Betreiber der „Bodega de Jandía“ zu einer symbolischen Trauerfeier für sein Geschäft aufgerufen, dass er wegen fehlender Einnahmen am 26.10.2020 schließen muss.

Er prangerte insbesondere die fehlende Unterstützung der Gemeinde Pájara an. „Es wurde nur versprochen, nichts gehalten“, so Román Catalán García.

Trauerfeier in schwarz im Hafen von Morro Jable

Am 18.10.2020 versammelten sich auf Ramóns Aufruf hin geschätzt 500 bis 600 Personen auf dem Hafengelände. Es waren einige Plakate und Banner zu sehen: Bürgermeister, hilf Deiner Gemeinde“ oder „wenn wir nichts einnehmen, können wir nichts bezahlen“, sollten auf das Desaster hinweisen, auf das viele Unternehmen hinsteuern.

Der Präsident von „Movimiento Empresarial“ Ernesto Reyes, selbst Geschäftsmann in der Gemeinde Pájara, verlas vor Beginn der eigentlichen Trauerfeier ein Manifest. Darin stellte er die Frage:

„Wer ist Ramón Catalán García? Er ist einer vielen, vielen Geschäftsleute die in dieser Schlacht verlieren werden. In der unsere Regierenden nicht auf der Höhe sind, allen voran unsere Gemeindevertretung, von der wir dachten, es sei die uns am nächsten liegende Regierungsinstitution, was sie aber nicht ist. Ganz im Gegenteil, man hat alle Geschäftsleute und Familien von Pájara einfach vergessen. Die Gemeinde hat nicht die geringsten Hilfen geleistet, in dieser für alle so schweren Zeit.“

Reyes erinnerte daran, dass hinter jedem Geschäftsmann, der sein Geschäft aufgeben muss, eine lange Schlange an anderen steht, die mit ihm verlieren. Es bleibt nicht nur ein verschuldeter Geschäftsmann, es bleiben Angestellte ohne Job und Verdienst, Zulieferer, die auf Kosten sitzen bleiben und einen weiteren Teil ihres Absatzmarktes verlieren, Bauern, die die Früchte ihrer Arbeit nicht mehr verkaufen, Fischer, deren Fisch nicht verkauft wird.

„Tausende von Firmen und Selbstständigen stehen vor dem Aus, tausende Canarios sehen dem Schicksal von Armut entgegen. Und das hat grade erst angefangen. Das Schlimmste steht uns noch bevor.“

Er forderte: „A cero ingresos, cero impuestos“, zu deutsch: „kein Einkommen, keine Steuern“.

Seine Rede endete mit den Worten: „Ramón somos todos“, „Wir alle sind Ramón“.

So äußert sich der Initiator:

Wir konnten einen sichtlich ergriffenen Ramón Catalán García am Ende der Veranstaltung zu einem kurzen Gespräch vor Kamera und Mikrofon bekommen. Er äußerte sich wie folgt:

„Es ist das erste Mal, dass es in Morro Jable eine Demonstration in dieser Größenordnung stattgefunden hat. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Politiker uns hören. Und was die Politiker jetzt tun müssen ist arbeiten. Und wenn sie nicht zu arbeiten wissen, müssen sie gehen. Es ist ganz einfach. Sie müssen sich alle zusammentun und eine Lösung suchen. Danke“

Fuerteventura braucht Arbeit, Fuerteventura braucht Touristen

Letztlich läuft jedoch alles auf ein einziges Ziel hinaus: Kommen keine Touristen, kommt kein Geld. Damit zeichnet sich auf Fuerteventura sowie auf den restlichen Kanaren ein düsteres Bild von Armut, geschlossenen Geschäften und tiefer Depression.

Die Politiker europaweit sind gefragt, endlich sichere Reisekorridore möglich zu machen und so den Menschen auf den Kanaren wenigstens etwas Hoffnung zurück zu geben.

Für markige Sprüche wie „es wird niemand zurückbleiben“ ist keine Zeit. Viel zu viele sind bereits zurück geblieben.

Zum Facebook-Live-Video der Veranstaltung bitte hier klicken:

Facebook-Live-Video „Trauerfeier Morro Jable“

17 Kommentare

  1. @FZ Team:
    Gibt es eigentlich zur Zukunft von Ramón Catalán García irgendein Update?
    Wisst Ihr, ob ihm und seinesgleichen durch die Regierung geholfen werden kann, ob er irgendwelche Unterstützung bekommt und welche Zukunftspläne er hat.
    Vor fast einem Monat hat er seine Bodega leider schließen müssen und ich wüsste gern, wie es ihm jetzt geht, denn mich hat sein Video sehr bewegt und ich fände es schön, wenn Ihr weiter über ihn berichten würdet.

  2. Alle Leute sollen sich einfach anstecken dann wäre der Planet Erde unsere Quarantäne…Ich habe keine Angst an Covid 19 zu erkranken…..ist nichts schlimmeres als eine Grippe. Wow. Und trotzdem Schutzmaßnahmen…die Regierung schießt sich so sehr ins Knie, der Wahnsinn…Wenn die Bürger kein Geld machen, macht der Staat auch kein Geld…Und ohne Geld müssen wir wieder in die Vergangenheit reisen und Salz mit Pfeffer tauschen…Einfach Ziegen und Früchte züchten, davon sich ernähren, und seine Sachen tauschen um an Gewürze oder andere Güter zu kommen…Das im 21sten Jahrhundert…Unnötig!

  3. Dr. Karola Simoni, die die „Arme-Kinder-Kasse“ ins Leben gerufen hat, ist Kinderärztin. Ihr sind die Möglichkeiten und Vorzüge des Stillens sicher bestens bekannt und sie gibt ihr Wissen sicher an die von ihr betreuten Familien weiter 😉

  4. @VERITA:

    Vielen Dank für das Aufzeigen dieser Möglichkeit.

    Konkret habe ich noch zwei Anmerkungen dazu:

    Zitat 1:
    „Wenn Babynahrung benötigt wird, sogar 200 Euro.“
    Besteht evtl. die Möglichkeit, Familien mit Babys über die Möglichkeiten des Stillens zu informieren? 6 Monate ausschließlich zu stillen, ist nicht nur WHO-Empehlung, sondern spart auch noch bares Geld, ca. 500-600 EUR im Jahr. Die La Leche Liga kann hier gute und medizinisch abgesicherte Informationen liefern
    https://www.llli.org/espanol/

    2. Zitat:
    „Sie erreichen beide über Facebook.“
    Es soll noch Menschen ohne Facebook geben 😉 Daher verlinke ich einmal einen Artikel aus April 2020, den die FZ mir netterweise gemailt hat:
    https://www.fuerteventurazeitung.de/2020/04/spendenkasse-fuer-beduerftige-familien-auf-fuerteventura/

    Vielen Dank 🙂

  5. @Uwe Patscheke und alle.
    Erstmal finde ich es grossartig, dass Sie sich als Spender anbieten. Dafür ein Lob und Dank.
    Es gibt hier in Fuerteventura eine Aktion von der Praxis Frau Dr. Karola Simoni, Costa Calma, wo jeder spenden kann. Mit dem gespendeten Geld werden Einkäufe direkt mit armen spanischen Familien getätigt. Dies wird mit Fotos und Einkaufszetteln dokumentiert. Jede Woche wird mit ca. 6 bis 8 Familien eingekauft. Es handelt sich wirklich um Härtefälle. Je nach Anzahl der Kinder kostet ein voller Einkaufswagen ca. 150 Euro. Wenn Babynahrung benötigt wird, sogar 200 Euro.
    An alle, die spenden möchten.
    Wenden Sie sich bitte, entweder an die Praxis Dr. Karola Simoni, Costa Calma, oder an Herrn David Sarnow von der
    Firma Fuerte-Royal Immobilien, Costa Calma.
    Sie erreichen beide über Facebook.
    Bleiben Sie gesund.

  6. Das Mitgefühl ist schön, nutzt jedoch den Leute in Fuerte überhaupt nichts. Mehr helfen würde eine Geldspende. Ihr kennt viele Leute persönlich. Fragt nach einem Bankkonto und schickt ihnen das, was ihr sonst auch ausgegeben hättet. Tun wir übrigens schon lange. Auch unserer Zeitung ist eine Spende willkommen in diesen düsteren Tagen.

  7. Dies sollte ein Anfang des Zusammenstehens der Inselbewohner sein.
    Doch der richtige Ort für die Demonstration ist vor dem Sitz der Inselregierung.
    Dann ist der Protest über die Not der Bürger Fuerteventuras nicht zu übersehen und zu überhören. Es ist traurig, dass die Menschen der Insel im eigenen Land keine Lobby haben.

  8. @Fuerteventura Zeitung:
    Danke für den Artikel, danke für das Video und DANKE, dass Ihr dort ward 🙂

    Entsprechend hat sich mein Kommentar von heute unter dem ersten Artikel zu Ramón erübrigt; nur Minuten nach meinem Kommentar, kam dieser Artikel raus 😉
    Allerdings bleibt die Anfrage an die FZ zum Hilfsfonds für Betroffene weiter bestehen… 😉

    Es war so wichtig, Flagge zu zeigen und Betroffenen Solidarität zu signalisieren. Ich habe auch einige Touristen gesehen, eine sehr berührende Geste. Wie gern wäre ich auch dabei gewesen.

    Und ich würde mich freuen, wenn die Geschichte um Ramón exemplarisch weiterverfolgt würde, Ihr ihn in einigen Wochen und Monaten erneut interviewen könntet, ob sich inzwischen etwas bei ihm verändert hat, ob die ihm zustehenden Gelder gezahlt wurden, ob sich neue Perspektiven aufgetan haben, ob irgendein Politiker sich bei ihm gemeldet hat. Und natürlich wie es ihm so geht, wie er die große Veränderung vom stets beschäftigtem Gastwirt zum „Arbeitslosen“ gemeistert hat, ob er neue Pläne für die Zukunft hat.

    Bleibt alle schön gesund und haltet die Ohren steif.

  9. Hallo Horst, du brauchst das Virus nicht zu sehen.
    Es ist vielleicht schon bei dir und du merkst es noch nicht, oder in deiner Fam. oder Freunden.
    Nimm es ernst es ist nicht zum Lachen.
    Urlaub ist im Leben nicht alles.

  10. Hallo, wir sind Ende September für 12 Tage nach Fuerteventura geflogen und haben es nicht bereut. Wir hatten alle Tage einen Mietwagen, waren shoppen, waren auch außerhalb des AI Hotels essen und trinken und hoffen, die Bewohner von Fuerteventura ein wenig unterstützt zu haben.

  11. …und jetzt ??

    Hat sich eigentlich eine/r von den „scheinbar Verantwortlichen“ sehen lassen??

    Übrigens : Ein Virus habe ich jetzt nicht gesehen…;)))

    Grüße

  12. Die ganze Welt leidet unter diesen schlimmen Massnahmen, die die Bevölkerung ja nicht mal hinterfragen darf ohne Repressalien fürchten zu müssen.
    Die Menschen sollten aber alles hinterfragen und sich nicht hinter ihren Masken verstecken.
    Auf die Straßen alle zusammen für ein friedliches,freies Europa und ein Leben ohne Angst.

  13. So wird es sein. Morro Jable wird ein toter Ort werden, wenn nichts passiert. Das wäre sehr Schade, wenn es ist ein schöner Ort mit vielen netten Menschen.

  14. Danke für euren Livebericht gestern bei FB 👍
    So hat man immer das Gefühl ein bisschen dabei zu sein.
    Hoffe auf unseren Dezemberurlaub.
    Der nächste 🍵 ist unterwegs.

  15. Zitat: „Am 18.10.2020 versammelten sich auf Ramóns Aufruf hin geschätzt 500 bis 600 Personen auf dem Hafengelände.“
    Also mit den vielen Lesern der Fuertezeitung die in Gedanken mit dabei waren, wären es bestimmt über 1000 Teilnehmer gewesen 😃😊

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