Cabildo erteilt Zuschlag für Bau des Flugplatzes für Drohnen und Pseudosatelliten auf Fuerteventura

Stratoport-HAPS-Fuerteventura

Mit der Erteilung des Zuschlags für zwei Bauprojekte auf dem Gelände des „Parque Tecnológico de Fuerteventura (PTFUE)“, des Technologieparks, will die Inselregierung der „Wirtschaft einen Impuls geben“ und zur ökonomischen Diversifizierung auf Fuerteventura beitragen.

Das Cabildo de Fuerteventura (Inselregierung) gab am 11. Mai 2022 in einer Pressemitteilung bekannt, das der Verwaltungsrat des Technologieparks für zwei geplante Bauprojekte den Zuschlag erteilt hat.

Bei den geplanten Projekten handelt es sich um den „Canarias Stratoport for HAPS“ mit der dazugehörigen Infrastruktur. Die Abkürzung HAPS steht für „High Altitude Platform Station“, zu deutsch „Höhenplattform“ oder „Pseudesatellit“ und um ein „Mehrzweckgebäude für Projekte im Zusammenhang mit dem „Canarias Geo Innovation Program“.

Auf Fuerteventura wird also tatsächlich eine Art Flugplatz für unbemannte Fluggeräte und Drohnen geben. Dieser soll in erster Linie zur Forschung und Entwicklung entsprechender Technologien dienen. Der Zuschlag für den Bau ging für ein Gebot von etwas über 9,1 Mio. Euro an den Zusammenschluss der Unternehmen Acciona Construcción SA und Lopesan Asfalto y Construcciones SA.

Die Bauarbeiten sollen innerhalb von 12 Monaten nach Unterschrift der Verträge fertiggestellt sein. Das heißt, dass bereits im Jahr 2023 die ersten Drohnen und HAPS auf Fuerteventura starten und landen könnten.

Für den Bau des Mehrzweckgebäudes ging der Zuschlag für rund 8,2 Mio. Euro an das Unternehmen Acciona Construcción SA.

Insgesamt 67 Mio. für den „Stratoport for HAPS“ auf Fuerteventura

Die oben genannten Baukosten sind längst nicht die einzigen Kosten, die das Cabildo de Fuerteventura für den Drohnen-Flughafen eingeplant hat. Insgesamt sind Investitionen von rund 67 Mio. Euro vorgesehen. Neben den reinen Baukosten kommen natürlich noch Kosten für die Projektplanung und den Erwerb bzw. die Enteignung der Grundstücke hinzu.

Weitere Informationen zu dem Projekt findet Ihr in diesem Beitrag: „Fuerteventura greift nach den Sternen“.

In diesen 67 Mio. Euro sind die rund 23 Mio. Euro noch gar nicht enthalten, die bereits in die Erschließung des Geländes und den Bau des bestehenden Technologieparks geflossen sind.

Silicon Valley auf Fuerteventura: Kann die Investition jemals wieder eingespielt werden?

Der damalige Präsident der Inselregierung, Mario Cabrera, versprach in 2012, dass der Technologiepark auf Fuerteventura ein „Magnet für Unternehmen und Aktivitäten aus Forschung und Entwicklung wird, die zu einer spezifischen wirtschaftlichen Entwicklung beitragen.“

Wir wagen die These, dass bis heute kein einziges Unternehmen im Technologiepark angesiedelt ist, das auf die Synergien angewiesen wäre, die sich in einem solchen Park der Theorie nach ergeben sollten, bzw. dass nicht in einer konventionellen Gewerbeimmobilie auf Fuerteventura genauso erfolgreich hätte sein können.

Nun bleibt zu hoffen, dass die geplanten Gesamtinvestitionen von rund 90 Mio. Euro sich tatsächlich irgendwann amortisieren

Um sich die Größenordnung einmal vor Augen zu führen: Mit 90 Mio. Euro könnte man 500 Menschen über 10 Jahre lang jeden Monat 1.400€ auszahlen. Oder man könnte 1.000 kleine Unternehmen 5 Jahre lang mit 1.400 Euro unterstützen, wenn diese dafür einen zusätzlichen Arbeitsplatz schaffen.

Aus heutiger Sicht ist es schwer vorstellbar, dass durch den Technologiepark auf Fuerteventura jemals mehr als 500 Arbeitsplätze zusätzlich entstehen, die ohne ihn nicht hätten entstehen können.

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7 Kommentare

  1. Dieses Ereignis zu kommentieren, fällt mir außerordentlich schwer. Statt für eine vernünftige Infrastruktur zu sorgen, werden hier viele Millionen versenkt. Die naheliegenden Probleme zu lösen, wie z.B.
    die Wasserversorgung, Windräder instand zu setzen, die schon seit Jahren nicht mehr funktionieren, oder den Dreck in Costa Calma zu beseitigen, den restlos verkommenen Grünzug wieder zu restaurieren, da gibt es genug zu investieren. Mir kommen immer wieder eklatante Zweifel, ob die Sonne nicht zu heiß vom Himmel brennt.
    Michael

  2. Und das auf einer Insel die fast ausschließlich vom Tourismus
    und liquiden Pensionisten lebt, auf der dafür im Jahr 2022 noch
    immer regelmäßig in weiten Teilen der Strom ausfällt und eine
    Wasserversorgung alles andere als gesichert ist.
    Von einer nachhaltigen Energieversorgungsstrategie ganz zu schweigen.
    Schwer zu erraten, wohin diese Summen statt dessen fließen.

  3. Liebe Inselregierung
    war die Sonne für Euch zu heiß?
    Investiert lieber in euren Flughafen, eine zweite Landebahn, in die Flugsicherheit. in Wind- und Solarenergie. Reißt eure Bauruinen ab……
    Das ist alles eine Katastrophe!

  4. „Um sich die Größenordnung einmal vor Augen zu führen: Mit 90 Mio. Euro könnte man 500 Menschen über 10 Jahre lang jeden Monat 1.400€ auszahlen. Oder man könnte 1.000 kleine Unternehmen 5 Jahre lang mit 1.400 Euro unterstützen, wenn diese dafür einen zusätzlichen Arbeitsplatz schaffen.“
    !Unterstützung ware besser und effektiver!

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