Beliebtes Ausflugsziel auf Fuerteventura: Gemeinde will Höhlen von Ajuy kaufen und bewirtschaften

Ajuy-Wanderweg

Die Gemeindeverwaltung von Pájara hat eine Budgetposition von über 1,8 Mio. Euro in ihren Haushalt eingeplant, um die „Finca de Ajuy“ zu kaufen. Das Grundstück liegt direkt an der Westküste und innerhalb eines Naturschutzgebietes. Auf dem Grundstück befinden sich unter anderem berühmten „Piratenhöhlen von Ajuy“, die ein beliebtes Ausflugsziel im Süden von Fuerteventura sind. Auch der angelegte Natursteinweg zu den Höhlen, der einzige Zugang zu diesen, befindet sich auf dem Grundstück.

Bereits im Dezember 2021 hatte die Gemeinde angekündigt, die notarielle Beurkundung des Kaufvertrages über das Gelände durchführen zu wollen. Über die wirtschaftlichen Details, insbesondere den Kaufpreis, wurden damals jedoch keine weiteren Angaben gemacht. Der Bürgermeister versicherte jedoch, dass der Kaufpreis dem durch einen offiziellen Gutachter festgestellten Wert entspricht.

Über die Größe des Grundstücks gibt es unterschiedliche Angaben. Laut Angaben der Gemeinde umfasst das Grundstück 501.768 Quadratmeter. Laut Eigentumsregister hat das Grundstück sogar eine Fläche von 577.779 Quadratmeter. Abweichungen zwischen Kataster und Eigentumsregister sind jedoch keineswegs ungewöhnlich.

Offenbar war bereits ein eine Verwertung des Grundstücks im Rahmen eines Zwangsvollstreckungsverfahrens eingeleitet. Ein entsprechender gerichtlicher Vermerk soll bereits im Eigentumsregister eingetragen sein.

Laut Bürgermeister „lächerlicher Kaufpreis“

Nach Angaben von Pedro Armas habe die Gemeinderegierung bereits in 2018 einstimmig beschlossen, die Finca de Ajuy kaufen zu wollen. Deshalb könne er das Grundstück jederzeit auch ohne neuen Beschluss des Plenums erwerben. Den vorgesehenen Kaufpreis bezeichnete der Bürgermeister als „lächerlich gering“ („irrisorio“).

„Auf dem Grundstück kann man, aus der Umweltschutz-Perspektive betrachtet, viel machen und Arbeitsplätze schaffen. Auch die berühmten Höhlen von Ajuy befinden sich auf dem Grundstück, das ich in den den Schutzgebieten „Monumento Natural de Ajuy („Naturdenkmal Ajuy“) und „Parque Rural de Betancuria“ („landwirtschaftlicher Park von Betancuria“) befindet.

Touristische Bewirtschaftung

Hoehlen von Ajuy Fuerteventura naeher
Die Höhlen von Ajuy sind ein beliebtes Ausflugsziel im Süden von Fuerteventura

Der ehemalige Bürgermeister von Pájara und zurzeit einfacher Gemeinderat in der Opposition, Rafael Perdomo, glaubt, dass eine „touristische Bewirtschaftung“ durch die Gemeinde „äußerst interessant“ sei. Man könnte daraus etwas ähnliches machen wie Lanzarote mit der „Cueva de los Verdes“ und die Attraktivität des Gemeindegebietes steigern.

Es könnte sogar ein Auditorium wie das von „Los Jameos de Agua“ (Lanzarote) geben. „Es gibt dort unbegrenzte Möglichkeiten“, meint der derzeitige Bürgermeister, Pedro Armas.

Historischer Streit um gewerbliche Nutzung der Höhlen

Die Idee, die „Piratenhöhlen von Ajuy“ touristisch zu bewirtschaften, ist nicht neu. Bereits in 2013 versuchte die Gesellschaft, dem das Grundstück gehört, für den Besuch der Höhlen Eintritt zu verlangen. Dieser erste Versuch währte wegen fehlender Genehmigungen jedoch nur einen Monat.

In 2014 unternahm das Unternehmen einen erneuten Versuch, diesmal sogar mit Genehmigung des Umweltministeriums, die allerdings nur für die Dauer von einem Jahr erteilt worden war.

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13 Kommentare

  1. Eigentlich spricht das Foto oben doch schon Bände, ein gut begehbarer relativ kurzer Wanderweg den man auch ohne Geländer (wie es lange Zeit war) zu fast jeder Tageszeit begehen könnte.

    Man erreicht die obere Klippe der Höhlen nach 5 – 10 min Wanderung von Strand von Ajuy, von wo aus man entweder 10 m aufwärts auf einen kleinen Aussichtspunkt gelangt oder um die Klippe herum zu den eigentlichen Höhlen nach unten absteigen kann.
    Dies ist teilweise sehr abenteuerlich für nicht Schwindelfreie, hinzu kommt, dass es bei heftiger Flut oder winterlichen Stürmen wohl nicht möglich ist, die unteren Höhlen zu erreichen oder zu begehen.

    Auf einem kleinen vorgelagerten Felsblock beim Abstieg linker Hand können sich Wagemutige, insbesondere socialmediaversessene Selbstdarsteller unbehelligt dem Kick aussetzen, im SelfieWahn 50 m ins türkisblaue, kristallklare Meer abzustürzen, der Blick und das Motiv der eindrucksvoll gewunden Bucht allerdings rechtfertigt das allemal* … (*denk ich…und ich war mehrfach Zeuge dieser interessanten, weil lebensverschönernden – nicht -verlängernden Notwendigkeiten)
    Mit ein wenig Glück kann man hier in die Luft springende, in langen luftigen Kleidern hübsch anzuschauende „Instagrammerinnen“ immer wieder die ca 5 x 0,8m lange Felsnase, welche sich direkt über die gespentigen Piratenbucht herausstreckt, glücklich wieder mit beiden Füßen treffen sehen … begeistert durch einen männlichen Anfeurerer, welcher die glückbringenden Fotos schoß… das kann schon mal minutenlang so gehen… oder eben nicht….

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    Und nun ein Blick zu den Visionären, die dieses Stück Land gerne „urbar“ machen, sprich touristisch ausbeuten möchten. Wodurch nochmal?

    „Man könnte daraus etwas ähnliches machen wie Lanzarote mit der „Cueva de los Verdes“ und die Attraktivität des Gemeindegebietes steigern.
    Es könnte sogar ein Auditorium wie das von „Los Jameos de Agua“ (Lanzarote) geben. „Es gibt dort unbegrenzte Möglichkeiten“, meint der derzeitige Bürgermeister, Pedro Armas.“ – Zitat Ende

    Was genau meint der Bürgermeister hier? Eine riesige Glasscheibe , welche einem Auditorium vorgelagert ist, welches dann durch in die Felsen gehauene Tunnel erreichbar ist? Um WAS dann zu sehen oder zu erleben? Wie das Meer gegen die Felsen brandet? So wie man es auch jetzt jederzeit beobachten kann? Einen Sonnenuntergang hinter Glas? Ich befürchte, die Sonne wird dem Auditorium nicht den Gefallen tun, dort im Meer zu versinken, wohin man dann durch diese Scheibe blicken kann….

    Die Höhlen „Cueva de los Verdes“ von Lanzarote mit dem Standort der „Piratenhöhlen“ auf Fuerte zu vergleichen ist schon recht abenteuerlich, vor allem vor dem Hintergrund der Enstehung.
    Die Höhlen von Cesar Manrique sind von einem Künstler geschaffen wurden, der seinesgleichen sucht. Sich mit Lanzarote identifiziert hat und dort die ganze Insel gestaltet hat. Da passen auch Glasscheiben in Felswände. Und werden entsprechend touristisch vermaktet. Mit dem entsprechenden Umfeld.

    Der Künstler hat ein einziges Werk auf Fuerteventura geschaffen, auf einem der markantesten Berge im Zentrum der Insel, mit unvergleichlichem Ausblick, zentral gelegen, ein Touristenmagnet könnte man meinen, harmonisch in den Berg integriert.
    Der Mirador-de-Morro-Velosa

    (Ich erlaube mir, dazu einen Link einzufügen)
    https://www.hallokanarischeinseln.com/aussichtspunkte/fuerteventura/aussichtspunkt-mirador-de-morro-velosa/#

    Riesige Glasscheiben gen Norden, Osten und Westen. Drinnen Restaurant, Ausstellung, Bar…außen eine großzügige Freiterrasse, großer Parkplatz und Anfahrt über eine Panoramastrasse, die Ihresgleichen sucht, die letzten Meter hat man Betancuria im Tal zu Füssen liegen. Die Strasse mündet auf einem großen Rondell für ausreichend Fahrzeuge, das Gebäude wird von einer weißen Steinmauer umgeben und ist ein Augenschmaus, von vorn weiß und von eimem Kakteengarten umgeben, die andere Seite des Gebäudes dem Berg angepasste Ockertöne und Natursteine.
    Der einzige Nachteil des Standortes – es pfeift fast das gesamte Jahr über ein heftiger, teils orkanartiger Wind, der aber durch die Lage der Außenterrasse und die geniale Konstruktion meistens eingedämmt wird.

    Ein Meisterwerk, ein genialer Platz, JEDER der nach Betancuria oder über die Berge kommt, MUSS hier vorbei, Busse in Scharen, Motorrad- und TrikeTouren führen täglich hier vorbei, aus dem ganzen Norden ist der Berg und das Gebäude zu sehen.
    Eigentlich ein gastronomisches Kleinod, insbesondere, da in Betancuria aus geheimnisvollen Gründen jegliche Gastronomie 17…spätestens 18 Uhr schließt. . . was hieße, dass hier ab 18 uhr ein Traumplatz für alle wäre, die die unvergleichliche Aussicht beim Dinner genießen wollen, Sonnenuntergang Winter wie Sommer inkl.
    Wer einmal hier oben im abendlichen Licht die Berge des Nordens und die vorgelagerte Hochebene genossen hat, KANN eigentlich nicht anders und MUSS sich an diesen Ort verlieben.
    Fernglas PFLICHT!

    Dies ist jetzt ca. 15 Jahre her …. soweit ich weiß, aus dem Jahr der Eröffnung

    seither gleichen die Panormafenster einer dreckig staubigen Steinmauer, die Bar, die später noch Kaffee ausschenkte, ist geschlossen, das Gebäude mittlerweile kurz vor dem Verfall, Restaurantbetrieb eine Utopie, geblieben ist die Zufahrtstraße mit Schranke, die aus unerfindlichen gründen 18 Uhr geschlossen wird, werden soll….denn die letzten Monate fand sich offenbar nichtmal jemand, der dies noch machen wollte. Wozu auch? das einzige was hier noch arbeitet, ist der Wind!

    Eine tragische und jämmerliche Story in meinen Augen. DAS ist gelebte Kommunalpolitik, denn meines Wissens ist das Grundstück nicht privat sondern gehört der Gemeinde. Lasse mich hier natürlich gern korrigieren, falls jemand genauere Informationen hat.

    Ach ja, warum schweifte ich ab?

    Wer so einen Standort mit seinen Möglichkeiten verkommen lässt, möchte die Höhlen von Ajuy als Märchenschloß aufbauen und Millionen investieren?

    Ich glaub nicht mehr an den Weihnachstmann

    …und was ich eigentlich nur kurz sagen wollte:

    Hände weg von den Höhlen!
    Lasst dieses Naturschauspiel auch den nächsten Generationen unverfälscht und nicht durch irrwitzige Bauten verschandelt, die wie fast alles in Fuerteventura dann der Unvollendung und Verwitterung anheimfallen würden…

    Einzig dubiose Bauaufträge und Vetternwirtschaft würden wohl die Nutznießer sein, das schwache Argument neuer Arbeitsplätze verpufft doch in meinen Augen bereits beim Nachdenken…

    Fuerteventura steht für unverfälschte Natur, freizügiges und allen zugängliches Gelände.
    Regelementierung und Verbote sind überflüssig, da sich hier meist erwachsene Menschen aufhalten. Millionen können gern anderweitig eingesetzt werden, Toiletten wären tatsächlich hin und wieder sehr angebracht. DIESE regelmäßig zu unterhalten dürfte bereits eine hinreichende Herausforderung so mancher Gemeinde sein. DANN mal Schritt für Schritt an größeres denken, aber nicht die Kirche vom Wetterhahn aufzäumen ;O)

  2. Meiner Meinung nach soll es so bleiben wie es ist. Deswegen liebt man die Fuerteventura, für ihre Natürlichkeit. Und das Geld lieber in eine andere Richtung zu investieren, zum Beispiel die bestimmten Zonen für die FKK Touristen auszubauen, damit die nicht über die ganze Küste rumlaufen und die Kinder erschrecken.

    • Dein gewünschtes Ziel könnte man meiner Meinung nach sogar kostenlos erreichen: nämlich indem die Eltern den Kindern durch eine entsprechende Erziehung eine unverklemmte Einstellung zur Nacktheit vermitteln. Selbst wenn es ausgewiesene FKK-Zonen gäbe, könnte nach spanischem Recht niemand verhindern, dass FKK trotzdem an allen Stränden gelebt wird.

      • @Thomas, eine treffendere Antwort auf solche Borniertheit gibt es nicht – Respekt und Daumen hoch!

        Hier ein kurze „Anekdote“ vom Strand Jandia.

        Dort gibts (noch ;o) )zwischen Robsinon Club und dem Leuchtturm die üblichen Liegenreihen mit Sandschutz, ca 50m Abstand bis zur Wasserkante. Dahinter 150m Sand bis zu den Büschen. Diese werden bevorzugt zum Nacktsonnen verwendet. Teutonengrill ;O) Juli – 35°

        Von Jandia zwischen Wasser und Liegen kommend, eine vierköpfige Familie Marke Walddorf-Lehrerin mit Ehemann sowie Tochter und Sohn, ca. 12 und 10 Jahre. Alle gekleidet wie zum Shopping, in langen Gewändern und Hosen.
        Plötzlich wurde die Mutter laut und keifte ihre Kinder an: “ HIER gehen wir nicht weiter, hier sind überall unanständige Menschen, sowas gucken WIR uns nicht an! – Pfui Teufel!“ (wortwörtliches Zitat Ende)

        Die Kinder wurden an den Händen gepackt und im riesigen Bogen hinter den Liegen vorbei geführt, ob sie das Meer jemals wieder erreicht haben, weiß nur der Wind…

        Wenn sich Kinder an S O etwas erschrecken (sollen), sind wohl eher die Erziehungsberechtigten eine Gefahr und benötigen abgesperrte „Zonen“ ….

      • Word! 😉

        Wobei ich ehrlicherweise auch einräumen muss, dass Kinder nicht zwangsläufig positiv gegenüber öffentlicher Nacktheit werden, nur weil die Eltern es sind bzw. es so vorleben. Wie mir scheint, spielt nicht nur die Erziehung der Eltern eine Rolle dabei, wie die Kinder sich zur Nacktheit positionieren. Oder aber es liegt vielleicht an der „perfect body – Instagram-Zeit“, dass sich Kinder evtl. zurückhaltender zeigen, als die Eltern?
        Ich weiß es nicht, aber ich stelle durchaus fest, dass einige Kinder von FKK-Eltern sich lieber zugeknöpfter zeigen.

  3. Zuletzt fehlte in dieser und anderen Gemeinden Wasser aus dem Wasserhahn, es hieß; da man nicht genug finanzielle Mittel hatte die Anlagen zu pflegen und reparieren. Hallo? Gehts noch? Irgendwas zu kaufen (wessen Finca und welche Familie profitiert? ) Bringt erstmal sauberes Wasser in die Haushalte. Das sind Grundbedürfnisse für die kein Geld da ist. Merkt ihr noch was?

    • Die Probleme der Wasserversorgung haben nichts mit fehlenden finanziellen Mitteln zu tun. Die Gemeinde Pájara hat genug Liquidität, um ihre Verpflichtungen zu erfüllen.

  4. Hallo
    Es funktioniert doch wie es ist, im gegensatz von Objekten die in verschiedenen Gemeinen sind, Leuchtturm El Cotillo, Morro Velosa Antigua, Leuchturm ganz unten in Jandia….bitte lasst es wie es ist!!!
    Norbert

    • Am besten so lassen wie es ist,war schon öfters da und die Höhlen sind immer wieder sehenswert. Wer Lust auf Kaffee und Speisen hat der findet das ja im Ort Ajuy .
      Es wäre schade wenn hier in die Natur eingegriffen würde,das einzig sinnvolle wäre eine Toiletten Anlage.👍👍

      • Volle Zustimmung @Michael.
        Die Höhlen und der Weg dorthin würden einiges an Charme einbüßen, wenn zwischendrin ein Bezahlhäuschen oder irgendwelche anderen kommerziellen Einrichtungen installiert würden.
        Plädiere auch für: genauso lassen, wie es ist.

        Und unten im Ort, gibt es mehrere Einkehrmöglichkeiten, das sollte doch ausreichend sein, um sich vorher oder nacher zu stärken oder zu entspannen.

  5. Es ist löblich dass etwas gemacht werden soll, aber anstatt Geld in etwas Neues zu investieren sollten die bestehenden „Ziele“ repariert und aufgewertet werden.
    Ich finde die Höhlen toll und war schon oft dort, aber zahlen würde ich dafür nichts. Zumindest nicht so lange das Geld nicht sinnvoll genutzt wird

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