Erinnerungen an die „gute alte Zeit“ des Stella Canaris auf Fuerteventura

Stella-Canaris-tote-Palmen

Tatsächlich begrüße ich jeden ernst gemeinten Baubeginn oder -fortschritt an dieser einzigartig gelegenen Hotelanlage auf das Unbedingteste. Es ist in meinen Augen seit nahezu 10 Jahren der größte Schandfleck des Südens, vor allem, wenn man bedenkt, welch außerordentliche Pracht allein die Parks und Grünanlagen verbreiteten – nur Ältere werden sich wohl noch erinnern.

Etwas Angst bereiten mir in erster Linie Fotos von wichtig in die Kamera blickenden tatkräftigen Männern, die gern in blaugestreiften Hemden ihre Wichtigkeit darstellen. Würden sie dies etwas seltener tun, oder erst dann, wenn tatsächlich Tatsachen geschaffen und Fortschritte erkennbar sind, könnte man den im Raum stehenden Beschäftigten und Arbeitsplätzen etwas mehr Glaubwürdigkeit entgegenbringen.

Das Stella Canaries ist im eigentlichen Sinne keine Hotelanlage sondern gewissermaßen ein eigener Stadtteil von Jandia – er hätte wohl sogar eine eigene PLZ verdient.

Hunderte Palmen, die sprichwörtlich im Wind rauschten, in welchen Tausende Papageien (man verzeihe mir den Sammelbegriff für möglicherweise ornithologisch missinterpretierte Gattungen) ihr paradiesisches Leben fristeten… die ganze Anlage war praktisch ein Zoo, ständig war man bemüht, keinem Pfau auf die Federn zu treten, ich entsinne mich noch dunkel an vielerlei Getier, besonders abends war die Anlage eine beleuchtete Pracht, die Palmen, die sich damals den gesamten südwestlichen Hang hinaufzogen, verliehen dem ganzen Komplex ein mediterranes Flair von einer einmaligen Schönheit.
Gekrönt wurde dieser Blick mit dem Gipfel des Pico de la Zarza, der mit dem potskartenblauen Himmel als Kontur eine einzigartige Komposition hergab. Das iTüpfelchen dann die weißen Wolken, welche sich vom Barlovento Beach aufwärts über die Berge rollten und dann talabwärts ins Barranco hin auflösten…

Wohnte man dann noch in einem der unzähligen Bungalows inmitten dieses Parkes, war es eigentlich nicht mehr nötig, diesen für die Dauer des Aufenthaltes zu verlassen.

Da es in der Blütezeit des Hotels, in den Neunzigern des vergangenen Jahrhunderts, leider noch keine unüberflüssigen Reliquien der Neuzeit gab, war man gezwungen sich ohne UHD-filmfähiges, kabelunabhängiges Onboard Computertelefon durch den oftmals verwirrenden Dschungel des Hotelgrundstückes fortzubewegen – dies geschah damals mit Hilfe der Sinnesorgane und führte sehr oft zum Ziel.

Dank fehlender einarmiger, lustig buntbedruckter Handgelenksfesseln, welche den neuen „Häftling“ heutzutage trotz Freigangs stets in den Mauern des durch unsichtbare AI-Bande abgeschirmten Geländes binden, ihn somit vor der gefährlichen Aufnahme einheimischer Speisen und Getränke und kultureller Abnormitäten außerhalb der festgelegten hoteleigenen Belustigungszone schützen sollen, war man in der damaligen Zeit genötigt, durch einen speziell angelegten Tunnel außerhalb des Hotels die Hauptstraße zu unterqueren und unter dem Geschrei hunderter buntgefiederter flugfähiger Federtiere geradewegs auf das in der Ferne türkisfarbene, oft leicht aufschäumende Wasser zuzulaufen.

Da es in dieser längst vergangenen Zeit möglich war, selbst zu bestimmen, ob und wann man sich in den Reigen der 2000 Frühstücks- oder Abendbuffetgäste einreihen wollte, kam es vor, dass man sich noch außerhalb der gesetzlich festgelegten Essenszeiten außer Haus befand und eine ganz eigenartige Stimmung auf sich wirken lassen konnte – die der Freiheit, selbst zu entscheiden, ob und wo ich den Abend verbringe, da die Straßen und Promenaden bunt, belebt und Musik waren – und das oft bis spät in die Nacht.

Das Stella Canaris wurde von mir nicht als abgeschlossene Hotelanlage betrachtet, eher als sich perfekt in das Ensemble einer weitläufigen Erlebniszone integrierendes Prunkstück einer genialen architektonischen Planung. Allein die farbig gestalteten Bungalows und die lange und langsam aufsteigende Prachtstraße suchte ihresgleichen. Dazu die einmalig geschützte Lage in dem leicht ansteigenden Barranco. Ich entsinne mich stets an heiße und windarme Nächte. Die Palmen fingen alles ab, was sich störend auf ein Flanieren im nächtlichen Paradies auswirken wollte.

Angrenzend zur stadtauswärtigen Seite befand sich eine fast stadionartige Freilichtarena mit riesiger Bühne ganz in der Nähe parallel zur Hauptmagistrale (was sie heute auch immer noch tut).

Zwar habe ich persönlich wissentlich dort keine Veranstaltung verfolgt, weiß aber von Urlaubern und Bekannten, dass dort wohl tatsächlich oftmals an die Tausend Menschen feierten. Tore und Türen standen jedermann offen, die Stadt lebte, die Hotelanlagen sprühten vor Energie, weil sich jede von ihrer besten Seite zeigen wollte, die Pools waren beleuchtet und wurden selbst um Mitternacht noch benutzt.

Ging man in den letzten Jahren an den Toren und zerfetzten Zäunen des Grundstückes zur Straßenseite entlang, konnte man einen Blick auf die verrottete und verkommene Innenanlage werfen. Unfassbar, wie Menschen aus Profitgier und politischen Quereleien diesen Zustand verantworten können. Hunderte Palmen vergammeln in graubraunem Dreck. Der ehemals so stolz bepflanze Berghang gleicht einer verbrannten Waldsteppe, all jene Bungalows, die sich im Gelände befinden, wurden geplündert, beschmutzt und verwüstet, dienten jahrelang Obdachlosen als letzte Zufluchtsstätte – sie bewohnten diese Häuser – geduldet – jahrelang wie eine kleine Siedlung. Wenigstens DIES hatte somit eine, wenn auch kleine Verwendung mit einem gewissen gemeinnützigen Charakter.

Ich selbst habe 2015 dort mit einem deutschen Ein-oder Aussiedler gesprochen, den es unter widrigen, aber auch erstaunlichen Umständen dorthin verschlagen hatte. Ob diese auf verlässlichen Grundfesten beruhten, kann ich nicht nachweisbar überprüfen, aber vielleicht ist hier auch der Fuerte-Zeitung ähnliches zu Ohren gekommen.

Nachdem das Stella Canaris in Konkurs gegangen war, bzw. der Eigentümer einen Schlussstrich zog, wurden Hotel und Bungalows wohl immer mehr geplündert. Da es in Spanien wohl das Hausrecht gibt, ein leerstehendes Haus in Beschlag zu nehmen und nach einer gewissen Frist ohne Eigentumsanspruch dann an den Besetzer fällt. Zumindest haben sich dies ein große Zahl Obdachloser , aber auch gezielt angereister „Lebenskünstler“ zu eigen gemacht und sich diese Bungalows praktisch aufgeteilt. Es muss eine regelrechte Gemeinschaft entstanden sein.
Wer dort lebte, brauchte kein Geld für eine recht ordentliche Unterkunft, die Verpflegung war das einzige. Wobei wohl weder Wasser noch Strom vorhanden waren.
Die Behörden werden dies vermutlich stillschweigend geduldet haben, solange sich aus diesem Zustand keine nachteiligen Umstände für den Ort ergaben.
Und wer in Deutschland keine Lust oder keine Arbeit hatte, konnte sich hier eine nette „Existenz genehmigen“. Dies wurde mir so aus erster Quelle vermittelt. Die Wohnstätte habe ich mit eignen Augen gesehen.
Vermutlich ist dieser Zustand längst Geschichte, ich gebe hier lediglich meine persönlichen Erfahrungen und Aussagen eines „Bewohners“ wieder.

Nun endlich soll dieser Zustand geändert werden?
Sämtliche Millionen, die bei dubiosen(?) Verkäufen in den letzten Jahre im Raum standen, sind offenbar in den unterirdischen U-Boot Häfen von Cofete verschwunden … Oder werden gerade JETZT wieder in die Hand genommen?
Es wäre eine einmalige Sache, ein Projekt dieser Größenordnung auf Fuerte durchzuziehen. Und es tatsächlich zu altem Glanz zurückzuführen.

Ob ich mich dann hier lauthals schon für den ersten Bungalow anmelden muss, sei dahingestellt – auch viele derjenigen, die Anfang 2020 mit dicken Tränen „bald wieder die Einheimischen“ mit Kaffee trinken oder Übernachtungs“spenden“ aus der Krise katapultieren wollten, sobald sie wieder reisen „dürfen“, sind womöglich noch immer im schönen Deutschland und/oder fordern aus der Ferne die „Erhaltung der Arbeitsplätze“ der Einheimischen und beglücken diese dann, sofern sie tatsächlich ein Flugzeug ergattern konnten, mit freundlichen Worten und guten deutschgemeinten Gesten vor Ort jene Einheimischen, die ihnen dann im All-inkl-Hotelpalast zum Hungerlohn das Frühstück austeilen dürfen.
Und meist sind es dann auch jene Gönner, die im Umland, sofern sie dieses erreichen, die ersten sind, welche den hohen Kaffeepreis bemängeln, den sie sich hart vom Munde abgespart haben, da sie ja das AI-Bändchen vor jeglicher Aushungerung bewahrt.

Zurückblickend gab es wohl doch in gewissen Fällen eine gute alte Zeit, die man sich irgendwie zurückwünscht.
Geschockt durch die Ereignisse und den unglaublichen Verfall der Anlage in den letzten Jahren ist es durch die Wiederaufnahme der Bauarbeiten wie eine Sternschnuppe am Himmel, welche die Hoffnung bringt, dass es einmal so werde wie damals.
Allerdings muss man die Wünsche äußerst schnell und geheim äußern, sonst verlischt die Fata Morgana schnell wieder.

Und ja, wie schon oft in Rezessionen angemerkt, stehe ich seit Jahren dahinter, dieses Grundstück wieder zu altem Glanz zurückzuführen, anstatt irgendwo daneben neues Land zu verbauen.

Stella Canaris gehört zu Jandia wie das Olivia Beach/Tres Islas zu Corralejo, wer es aus alten Tagen kennt, muss es lieben, den Ort, den Charakter —

Erhalten und Sanieren – erhält den Charakter der Insel und schont in erster Linie Ressourcen.

[Die in der Kolumne von AmanteLaParedMike geäußerten Meinungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung der Redaktion]

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28 Kommentare

  1. Wir waren Ende der 90er Jahre im Stella Canaris. Wir haben dort in einem Bungalow einen Traumurlaub verbracht. Und heute standen wir vor der Anlage und waren geschockt diesen Verfall zu sehen. Hoffentlich wendet sich alles zum Guten.

    • Auch ich habe Mitte der neunziger Jahre mehrmals die Pracht des Stella Canaris erleben dürfen! Damals kannte ich den Eigentümer persönlich und ich wurde verzaubert vom Zauber und Charme der Anlage und des iranischen Chefs, der einen wie im Märchen in eine andere Welt katapultieren konnte! Ich erinnere auch die unzähligen Kakerlaken, die durch Zimmer und über Terrassen flitzten, der einzige Makel, den es gab. Wie traurig, dass es alles verkommen ist! Erst heute, 2.12.22 habe ich hier davon gelesen! Jetzt bleiben nur noch die warmen Gedanken an dieses Urlaubsparadies aus einer besseren Zeit.

  2. Heute durchgehend Kettensägenlärm am Strand von Jandia vom Gelände des Stella Canaris. Palmen werden gefällt. Da kommt noch was bzgl Baulärm auf Jandia zu.

  3. Das Baustellenschild lässt nicht Gutes erahnen. Eine Betonburg soll errichtet werden. Gestern waren am Gelände eine Kettensäge zu hören (Palmen fällen?). Wie das alles auf diesem riesigen Gelände geschehen soll, ohne dass Jandia in Lärm und Dreck untergeht, ist mir ein Rätsel.

  4. Oh, wie schade, dass zu lesen und die Bilder zu sehen. Ich war im Sommer 1986 dort und erinnere mich deswegen so gerne daran, weil die Anlage mit ihren Pfauen und Pflanzen so schön war.

  5. Hallo,ich war auch in den 90igern das erste mal im Stella und ich habe es geliebt.Die ganze Anlage war einfach nur schön,allerdings hab ich damals schon gedacht,das es kaum möglich ist das alles in Schuß zu halten.Ich war dann 2 Jahre mit einem Angestellten von dort zusammen und demnach öfters im Stella.Mit jedem mal hat man gesehen wie es verfällt.Ich war auch dabei als das letzte Hotel ganz oben eröffnete.Es war eine tolle Zeit auch in der Disko am Eingang war es immer lustig.Und nicht zu vergessen,am Eingang unser toller Fotograf Sammy.Ich kann mir nicht vorstellen das da nochmal was ähnliches entsteht,würde mich aber freuen.

  6. Da war ich damals 97 oder 98 im ersten Fernurlaub mit meiner ersten Freundin und einem befreudeuten Pärchen. Wir hatten dort viel Spaß in der Anlage und wollten da immer wieder hin. Einige Zeit später trennen wir uns und auch unsere Freunde gingen getrennte Wege. Das was mir blieb war das ich mich in die Insel verliebt habe und schwärme immer noch davon. 2015 wollte ich meiner jetzigen Familie die Insel zeigen. Wir kamen auch am Stella Canarias vorbei. Und plötzlich kamen all diese Erinnerungen wieder hoch, wir hatten den Spaß unseres Lebens…….. das erste Mal weit weg von den Eltern mit Freunden feiern und das Leben genießen. Meine Frau fragte mich was los sei, ich hätte einen verträumten Blick…….. nichts mein Schatz alles gut! Die Realität hatte mich beim Anblick der Anlage zurück geholt…… 😔😔😔😪😪😪

  7. Ich war 1998 da. Voll begeistert, es wurde da auch der Tunnel unter der Straße Richtung Strand gegraben
    Wie ich gesehen hatte war der 2018 noch da
    Aber wie das Hotel abgesperrt. Schade das sich keiner der Anlage annimmt. Beste Anlage ever
    Würde sie auch so mal gerne begehen und Fotos machen. Früher verus heute

  8. Das wäre die perfekte Kulisse für einen Horrorfilm. Ein verrückter Koch, der Menschenfleisch unter das Ziegenfleisch gemischt hat, und nun verlangen die Seelen der Betroffenen (Ziegen und Menschen) nach Sühne?

    Das Hotel wurde auf einer Begräbnisstätte der Guanchen gebaut?

    Ein paar Teenies, die im Urlaub auf dem Gelände umherstreifen um Alkohol zu trinken und zu rumzumachen, dann erwischt es einen nach den anderen?

    So viele Möglichkeiten. Mal was anderes als Starwars in den Dünen zu filmen.

    • Jochen: für genau solche Möglichkeit der Kommunikation liebe ich diese Fuerteventura Zeitung. Meistens werden die Beiträge frei geschaltet: Danke! Ein wenig verrückte Meinung hier … etwas schüchtern dort …. etwas über die strenge da …. Im Gesamtbild könnte so gelebte Demokratie aussehen.

  9. Hallo!
    Das zeigt mir mal wieder, dass der Beton-Gigantismus der absolut falsche Weg für Fuerteventura ist. Und das so viele Arbeitsplätze geschaffen wurden/werden, hat auch zwei Seiten, denn die meisten Angestellten werden wieder nur zu Mindestlohn beschäftigt und auf alle Mindestlöhner wartet die Altersarmut. Gewine werden personalisiert und die Verluste sozialisiert. Und alle Bürger/Besucher der Insel müssen dann über Jahrzehnte die Ruinen ertragen – nicht nur da, sondern auch in Corralejo mit all den Bauruinen. Da kann man da denn gar nix machen, liebe Lokalpolitiker? Mañjana….

  10. Ich arbeitete damals im Robinson und hatte Freunde in dieser einzigartigen Anlage. Der Verfall zeichnete sich leider schon länger ab. Keinerlei Investitionen…. Heuschrecken des Geldes. Ich hoffe und wünsche das beste!

  11. Nur eine technische Anmerkung:
    Wenn die ganzen Gebäude und Einrichtungen abgerissen werden sollen: Lärm, Staub, Dreck und Verkehrschaos. Bin gespannt, wie dies nachhaltig und verträglich gelöst wird.

  12. Das wäre die perfekte Paintball Arena gewesen, ideal in einer Zeit, in der jeder etwas Häuserkanpf lernen sollte. In Polen und Taiwan machen das alle. Dazu etwas Playtime auf dem Militärgelände beim Shipwreck beach…

  13. Der Artikel ist sehr passend für die jetzige Situation auf der Insel. Hoffe es passiert wirklich etwas. Meine Idee war schon vor Jahren dort eine Klinik zu errichten da im Süden kein Krankenhaus ist.
    Das Krankenhaus in Rosario ist immerhin eine große Reise wenn es schnell gehen muss.
    Leider gibt es dafür bestimmt keine Möglichkeit.
    Ein Park wäre sicher sinnvoll da die Gebäude bestimmt sehr marode sind und es Wahnsinn sein wird sie alle zu renovieren.
    In der Hoffnung das überhaupt etwas passiert….

  14. Fantastisch, eine 100%ig zutreffende Kolumne. Der Spruch „früher war alles besser.. trifft in diesem Fall auf Wahrheit. Jedenfalls haben wir es vor vielen Jahren als Bungalowbewohner ein paar mal genauso erlebt und empfunden. Die ebenso zutreffende, von Fuertegirl als „Seitenhieb“ bemängelte kritische Darstellung der AI-Unsitte, kann ich nach meinen Erfahrungen ebenfalls unterschreiben. Sicher war der ausufernde AI-Tourismus nicht der Grund für den Untergang des Stella, a er für uns war es der Grund, der Region Jandia/Costa Calma seinerzeit den Rücken zu kehren. Von der Anzahl Armbandtouristen, die hin und wieder die einheimische Gastronomie beglücken, kann ebendiese auf Dauer nicht leben. Quantität wie Qualität sind rückläufig, siehe Jandia (außer im Ortskern von Morro Jable) und noch mehr Costa Calma. Selbstverständlich ist AI in vielen Fällen alternativlos. Beim Urlaub auf einer Maledivenminiinsel und in total abgeschiedenen Region Afrikas gab’s auch bei uns AI, doch das Verhältnis der AI-Hotels zu den anderen Urlaubsformen passt im Süden von Fuerteventura einfach nicht mehr. Die Gäste der anderen Urlaubsformen, wie Hotel mit Frühstück oder Ferienwohnungen haben das Nachsehen. Auf die Betrachtung, welche Urlaubsform ist für die Einheimischen die beste, will ich an dieser Stelle verzichten. Fakt ist jedenfalls, die AI-Version ist auf dem Sektor des Massentourismus zumindest bei den großen Hotelketten die lukrativere. Ich hoffe jetzt sehr, das „neue“ Stella wird kein zweites Robinson und ich könnte mich irgendwann wieder mit der Region Jandia anfreunden….

  15. Ein sehr lesenswerter Artikel ..ich kenne das STELLA CANARIS nicht persönlich, aber dafür das von Ihnen erwähnte Riu Oliva Beach und Tres Islas.Diese beiden Hotels werden aus bekannten Gründen nicht mehr das werden was sie einst waren in den 70iger, 80iger Jahren.
    Aber mal ehrlich, das seit 10 Jahren verwahrloste STELLA CANARIS herzurichten stelle ich mir schwierig vor und ich glaube in dieser Zeit wird es sich nicht mehr lohnen. Es gibt mittlerweile sehr viele Hotelanlagen auf der Insel… es wird Millionen kosten etwas Gescheites daraus zu machen.
    Mich interessiert was aus dem GOLF Hotel in Jandia geworden ist.Dieses Hotel ist weit ab von Allem u. mE auch zum Scheitern verurteilt. Wissen Sie dbzgl. Genaueres?

  16. Absolut passender Artikel. Meine Eltern waren in Jandia, als es das Stella Canaris noch gab und empfanden es dann sehr befremdlich, was aus dieser Anlage geworden ist. Ich selber kenne es nur so, wie es jetzt ist, leider. Gerade, wenn man aus dem Occidental Jandia Playa die Straße hoch geht, hat man ein tollen Ausblick, auf den Strand, den Leuchtturm und dann leider auch auf diesen Schandfleck. Hoffentlich tut sich nun wirklich endlich mal etwas, hoffentlich wird gehandelt und nicht wieder nur geredet….leider erleben meine Eltern dies nicht mehr.

  17. Ich war 1987 in Stella Canaris zu Gast mit meinem Verlobten, hat uns sehr gut gefallen, war echt sehr schöne Anlage, schade dass es so heruntergekommen ist, hat mich wirklich geschockt wie es dort aussieht! So kann es nicht bleiben!

  18. Sehr schön geschrieben, bis auf den Seitenhieb auf die AI-Touristen.
    Es mag sicher viele geben, die wirklich nur in ihrem gebuchten Hotel konsumieren, aber es gibt auch sehr, sehr viele, die auch extern essen und trinken. Die letzteren einfach mal pauschal unter den Tisch fallen zu lassen, finde ich keinen schönen Zug.

    Ich war selbst 2 x in den 90ern des vergangenen Jahrtausends (;-)) im Stella Canaris zu Gast, in den wunderschön gelegenen Bungalows. Wenn allerdings morgens um 6 Uhr die weißen Pfaue anfingen zu „schreien“, war es mit der Nachtruhe oft vorbei 😉

    Erhalten und sanieren, das würde ich auch sehr begrüßen. Die Anlage ist wirklich riesig; vom Eingang unten ist kaum zu sehen, wie weit sie sich in die Breite und in die Höhe erstreckt. Und der Garten war wirklich ein wahres Paradies. Hoffentlich entwickelt sich dort wieder eine ähnliche Pracht und Vielfalt wie damals.

  19. Natürlich ist diese Situation sehr schade und zwar für alle Beteiligten. Klar ist aber auch, daß man die Anlage für Touristen eigentlich nicht braucht. Es sind genügend Möglichkeiten zum Wohnen da, selbst die sind nicht ausgebucht. Vielmehr müsste die Anlage für die Einwohner von Fuerteventura aus-und umgebaut werden. Dafür müsste der spanische Staat Geld in die Hand nehmen..
    Das mindeste wäre einen Volkspark möglich zu machen.

    • Ja, Lothar, das wäre sicher die beste Lösung für die Insel:
      Weniger Hotels und dafür mehr Wohnmöglichkeit für die Einheimischen und Zugezogenen, damit sich der Wohnungsmarkt wieder etwas entspannt. Wie viele Wohnungen könnte man auf dem Areal entstehen lassen?! Wasser- und Stromanschluss schon vorhanden und die Bungalows zumindest hatten auch eine Kitchenette.
      Aber wenn sich dafür niemand findet, dann ist es die zweitbeste Lösung das brach liegende Gelände mit dem inzwischen sehr verkommenen Garten wieder aufzupäppeln.

      • Gar nicht schlecht! So könnte man anfangen. Bauarbeiter finden im Garten Skelette, jede Menge sogar. Mit Grabbeigaben: Ziegenknochen, Muscheln, und Bannsprüche in berbischer Keilschrift. Nicht fehlen darf die alte, verhuzelte Majorero, deren Warnungen natürlich in den Wind geschlagen werden.

        Dann passieren schlimme Dinge. Ein pensionierter Wissenschaftler geht der Sache nach, die Spur führt über die ganze Insel, der Heilige Berg, das Inselmuseum und vieles mehr.

        Ich denke da an eine Verflechtung historischer Hintergründe mit einem Splatterfilm, wunderschöne Szenen aus Fuerteventura aus heutiger Zeit, dann Flashbacks in eine längst vergessene Vergangenheit, in der regelmässige Opfer das pure Böse unter Kontrolle gehalten haben und die Insel daher eine grüne, fruchtbare Oase war.

        • Dann lassen sich sicher noch die Nazis der Villa Winter einbauen, die nur Böses im Schilde führen und die ganzen Leute, die sich des nachts auf dem Gelände herumtreiben, für übelste Versuche entführen und als Versuchskaninchen benutzen.

          Und dann taucht Indiana Jones auf, der mittlerweile schon über 80 Jahre alt ist und auf der Insel eigentlich nur für ein paar Wochen dem ganzen Groupie-Generve, das immer noch andauert, entfliehen wollte, bevor er von dort aus Richtung Südamerika aufbricht. Aber daraus wird nichts, weil er nachts, wieder einmal von Schlangen-Alpträumen geschüttelt, nicht schlafen kann und zum Abkühlen an Strand will, als er dann ganz plötzlich einige Nazi-LKW hört, die ohne Licht die Avenida langfahren. Körperlich fit, schleicht er sich heimlich an die Fahrzeuge an und im Kreisverkehr springt er auf einen LKW drauf, der Richtung Cofete unterwegs ist…
          To be continued…

  20. Sehr schön ge-/beschrieben. Obwohl wir selbst nie dort unseren Urlaub verbracht haben (sondern seit 15 Jahren immer im Calypso), kennen wir die Anlage und deren Niedergang natürlich. Unsere Tochter stieg dort einst ab und berichtete schon über den Verfall.
    Wäre schön, wenn es wirklich wieder hergestellt wird. Und gern unter Beachtung von Umwelt und Nachhaltigkeit.

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