Fuerteventura ist kein Off-Road-Paradies: Umweltbehörde stoppt 4 Geländewagen in Schutzgebiet

Geländewagen-Barranco-Enamorados

Beamte der Umweltabteilung der Inselregierung (Cabildo) von Fuerteventura haben am 08. Januar 2023 eine Karawane von 4 Geländewagen gestoppt. Die Umweltbeamten erwischten die 4 Geländewagen an einem Hang auf der linken Seite des Barranco de Los Encantados (auch Barranco de Los Enamorados genannt) bei Lajares im Gemeindegebiet von La Oliva im Norden Fuerteventuras, nachdem mehrere Anrufer das rechtswidrige und zerstörerische Verhalten der Fahrer gemeldet hatten.

Die vier Geländewagen waren querfeldein unterwegs, was auf Fuerteventura überall, nicht nur in Naturschutzgebieten, streng verboten ist. Man darf auf Fuerteventura grundsätzlich nur auf bereits vorhandenen und ausdrücklich freigegebenen Pisten fahren, niemals jedoch abseits dieser Pisten bzw. „querfeldein“.

Bei den vier Geländewagen handelte es vermutlich um private Fahrzeuge. Dafür spricht, dass es es sich um unterschiedliche Fahrzeugmodelle handelte. Die Inselregierung hat diesbezüglich jedoch keine Angaben gemacht.

Private Fahrzeugkarawanen, die mit mehr als drei Fahrzeugen auf den zugelassenen Pisten auf Fuerteventura unterwegs sein wollen, müssen dies beim Cabildo vorher anmelden. Gewerbliche Tourenanbieter benötigen sogar eine Genehmigung. Dies gilt auch für die zahlreichen Buggy-, Quad- und Jeepsafaris, die auf Fuerteventura angeboten werden.

Hohe Bußgelder und Schäden an Fauna und Landschaft

Spuren 4x4 Fuerteventura
Diese Spuren haben die 4×4-Fahrer in einem geschützten Gebiet auf Fuerteventura hinterlassen

Die Inselregierung informierte am 11. Januar 2023 in einer Pressemitteilung über den Vorfall.

„Wir müssen uns die Schwere dieser Art von Handlungen bewusst machen, nicht nur wegen der Bußgelder von tausenden von Euro, die dafür drohen, sondern auch wegen des Schadens an der Fauna in dieser Zone mit ihren geschützten Arten, die sich noch dazu gerade in der Fortpflanzungszeit befinden, sowie wegen der Zerstörung der Landschaft und der Gebiete von hohem geologischen und paläontologischen Wert wie im Fall der fossilen Dünen des Barranco de Los Entacantados, dass sogar zum Kulturgut erklärt wurde.

Die Umweltbehörde der Inselregierung ergänzte, dass die „Spuren dieser Fahrzeuge eine Narbe im Boden hinterlassen, was dazu führt, dass diese bei Regen noch weiter ausgewaschen werden, was den Schaden vergrößert. Außerdem verführen solche Spuren andere zur Nachahmung.

Aus diesen Gründen sei die Mitwirkung der Bürger fundamental sowohl bei der Erhaltung als auch beim Schutz unserer Umwelt, insbesondere auch bei der Bewusstseinsbildung für den Schaden, der durch das Querfeldeinfahren entsteht. Deshalb bittet das Cabildo die Bevölkerung darum, die Behörden unter der allgemeinen Notrufnummer 112 zu verständigen, wenn die Zeugen solcher Verhaltensweisen werden.

Die Notrufnummer 112 kann auch Anrufe in deutscher Sprache bearbeiten.

Das Fahren am Strand ist auf Fuerteventura übrigens auch streng verboten: https://www.fuerteventurazeitung.de/2022/06/schon-wieder-ein-auto-am-strand-auf-fuerteventura-mietwagen-steckt-in-costa-calma-fest/

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12 Kommentare

  1. Es ist sehr traurig, was Autofahrer auf der Insel machen. Ich habe im Dezember auch ein Paar erwischt, dass in Ajuy an dem großen Felstor im Wasser auf den Kieselstrand – bis ans Meer- vorgefahren war!!!!!Ich habe Fotos gemacht, den Wagen gestoppt und denen ziemlich deutlich gesagt, dass sie das NIE mehr machen sollen und dass ich die Fotos zur Polizei bringe. Ich habe dem Paar gesagt, dass jeder von uns diese Welt – die Natur- ganz dringend endlich schützen muss! Ich war stinksauer! Zur Polizei in Morro Jable bin ich dann auch noch.

  2. Ich finde so etwas rücksichtslos und mir gehen die Buggy Karawanen auch gehörig auf den Keks. Bei mir fahren sie recht regelmäßig am Wochenende auch durch das Wohngebiet, was ich persönlich jedenfalls mehr als belastend finde.

  3. Aufruf zur Denunziation, pfui Teufel

    Ganz Fuerteventura ist durchzogen von Pisten bzw. Feldwegen, woher soll man wissen welche freigegeben sind? Ausser in den Dünen bei Costa Calma da gibt es Schilder, welche diese Wege zeigen. Bei 99% der Feldwege steht nichts dran.

    Ich glaube diese Regel bezieht sich auf Schutzgebiete. Was sehr wohl paradiesisch ist, denn in Deutschland darf man in Naturschutzgebieten gar nicht fahren. Stellt euch vor, man dürfe im Schwarzwald mit dem Jeep auf markierten Waldwegen fahren, das wäre ein Traum…

    Daher habe ich Mühe mit der Angabe querfeldein, denn das würde ja bedeuten, das man auf dem rohen steinigen Hang fährt. Das schafft nur ein Militärfahrzeug.

    Sicher dass die nicht doch auf einem Weg gefahren sind?

    Denn wenn die gewusst hätten dass sie was Verbotenes tun wären sie doch nicht so doof gewesen anzuhalten, alle 4 zugleich?

    • Nein, diese Regel bezieht sich nicht nur auf Schutzgebiete. Davon abgesehen ist die gesamte Insel Biospährenreservat. Steht am Schwarzwald an jeder Stelle, an der es rein technisch möglich ist, in den Wald zu fahren, ein Verbotsschild? Sicher nicht! Und es wäre wohl auch auf Fuerteventura unmöglich, überall Schilder aufzustellen. Ich vermute, dass das Verbot, durch den Schwarzwald zu fahren durch ein Gesetz begründet ist, genauso ist es auch auf Fuerteventura. Es gibt einen Katalog mit den befahrbaren Pisten. Auch in Spanien gilt: Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. Und zum Wort „Denunziantentum“: ich glaube, dass die Spanier damit wesentlich lockerer umgehen. Angezeigt zu werden ist in einer Demokratie mit einem halbwegs funktionierenden Rechtssystem -und dazu würde ich Spanien nach 25 Jahren, die ich hier lebe, zählen- relativ unproblematisch. Jeder, der zu Unrecht angezeigt wird, kann sich problemlos gegen eine ungerechtfertigte Anzeige wehren. Und wenn die Anzeige wegen eines umweltschädigenden Verhaltens zurecht erfolgt, ist eine solche Anzeige doch der beste Ausdruck von „alle Macht geht vom Volke aus“.

  4. Seit über 40 Jahren komme ich regelmäßig nach Esquinzo in den Robinson- oder Aldiana Club. Mit einem Jeep offshore zu fahren ist besonders reizvoll. Man sollte ein spezielles Gelände dafür freigeben. Das würde entsprechendes Publikum anlocken. Viele Jahre bin ich besonders gerne zum Katamaran Segeln gekommen. Jetzt mit76 fahre ich lieber Jeep im Gelände. Bis bald auf Fuerteventura.

    • Offshore wäre auf dem Meer…….
      Wer das von „offroad“ nicht unterscheiden kann, und lieber mit einem Auto ein Naturschutzgebiet befahren möchte, statt mit einem Katamaran umweltfreundlich zu segeln hat heute KEINE Akzeptanz seines Verhaltens mehr zu erwarten.
      Wir kommen 2 x jährlich wegen der Natur und den liebenswerten Menschen, das darf und kann gerne noch lange so weitergehen. Dank an die Regierung und engagierter Menschen, die rücksichtsloses Verhalten nicht unterstützt. Thomas Wolff hat völlig RECHT! Danke für diesen Artikel. Der Begriff Unwissenheit wird oft benutzt, wenn Einzelne aus Egoismus Ihr Verhalten entschuldigen wollen.

    • Moin Moin,
      das mal wieder so typisch deutsch,…….. regelmäßig in den Robinson- oder Aldiana Club.
      Was trägt das zur Sache bei ? Soll heißen du bist toll ? es heißt nur das ……Platz für Interpretation…

    • “ Mit einem Jeep offshore zu fahren ist besonders reizvoll. Man sollte ein spezielles Gelände dafür freigeben. Das würde entsprechendes Publikum anlocken. “

      Versuchen Sie es einfach mal in den Vereinigten Arabischen Emiraten, da sind auch Kamele gerne gesehen 🙂 🙂

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