Fuerteventura: Übergabe von mehr als 5.000 Unterschriften für bessere Notfallversorgung in Antigua

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In Antigua auf Fuerteventura hat Diana Sprenger mehr als 5.000 Unterschriften an die zuständigen Gesundheitsbehörden übergeben. In einer Petition fordern die Unterzeichner die Einrichtung eines 24-Stunden-Notdienstes sowie die dauerhafte Stationierung eines Rettungswagens im Gesundheitszentrum von Antigua.

Bürgerinitiative aus der Inselmitte

Die Unterschriften wurden im Rahmen einer Bürgerinitiative gesammelt, die von Anwohnern aus Antigua sowie aus umliegenden Ortschaften wie Betancuria und dem Valle de Santa Inés und ganz Fuerteventura unterstützt wird. Auch die Fuerteventura Zeitung hatte seinerzeit über die Aktion bei Change.org berichtet. Die Übergabe der Petition richtet sich an mehrere Stellen des kanarischen Gesundheitswesens, darunter den Servicio Canario de la Salud sowie die Gesundheitsverwaltung der Kanarischen Regierung. Der Brief wurde an das Rathaus von Antigua übergeben, das diesen seinerseits die oben genannten Stellen weitergibt.

Ausgangspunkt der Initiative ist die seit Jahren bestehende Situation, dass Antigua und Betancuria als einzige Gemeinden der Insel über keinen eigenen ärztlichen Notdienst und keine fest stationierte Ambulanz verfügen. In medizinischen Notfällen müssen Betroffene derzeit auf den Rettungsdienst aus Puerto del Rosario warten oder selbst den Weg dorthin antreten.

Lange Wege und verzögerte Hilfe

Nach Angaben der Initiatoren liegt die Entfernung zum zuständigen Notdienst je nach Route zwischen 22 und 27 Kilometern. Verkehrsaufkommen, Baustellen und die fehlende Autobahnanbindung führen dazu, dass Rettungswagen im Durchschnitt zwischen 30 und 50 Minuten benötigen, um Antigua zu erreichen.

Die Petition verweist darauf, dass Fuerteventura aufgrund seiner großen Fläche, der verstreuten Siedlungsstruktur und eines einzigen Inselkrankenhauses besondere Anforderungen an die Notfallversorgung stellt. Derzeit stehen auf der Insel neun Rettungswagen zur Verfügung, von denen nur zwei notärztlich besetzt sind.

Persönliche Schicksale als Auslöser

Initiiert wurde die Aktion von Diana Sprenger, Anwohnerin von Antigua, die die Petition im Namen vieler betroffener Familien eingereicht hat. In dem Schreiben an die Behörden werden mehrere konkrete Notfälle geschildert, bei denen Betroffene aufgrund der langen Wartezeiten selbst den Transport ins Krankenhaus organisieren mussten. Darunter sind Fälle von Kindern, älteren Menschen sowie akuten Erkrankungen wie Herzinfarkten oder epileptischen Anfällen.

Ein besonders tragischer Vorfall ist der plötzliche Tod von Sprengers Sohn im Mai 2025, der die Diskussion um die Notfallversorgung in der Inselmitte weiter verschärft hat. Auch wenn laut Familie kein direkter Zusammenhang zwischen dem Todesfall und der Anfahrtszeit der Rettungskräfte besteht, habe das Ereignis die strukturellen Defizite deutlich gemacht.

Forderung nach struktureller Lösung

Mit der Übergabe der Unterschriften fordern die Bürger die Einführung eines rund um die Uhr verfügbaren ärztlichen Notdienstes im Gesundheitszentrum von Antigua sowie eine dort stationierte Ambulanz. Nach Angaben der Initiatoren seien die räumlichen Voraussetzungen im Zentrum bereits vorhanden. Ziel sei es nicht, ein Krankenhaus zu errichten, sondern eine grundlegende und zeitnahe Notfallversorgung sicherzustellen.

Die Unterzeichner erhoffen sich nun eine schriftliche Stellungnahme der zuständigen Stellen sowie konkrete Angaben zu möglichen Maßnahmen und Zeitplänen. Bis dahin bleibt die Petition ein deutliches Signal aus der Inselmitte von Fuerteventura, die gesundheitliche Versorgung an die realen geografischen und demografischen Bedingungen anzupassen.

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