Im zweiten Anlauf am 5. Juni 2026 konnte das Netzwerk RedEXOS, die Kanarische Frühwarnplattform für invasive gebietsfremde Arten (Red Canaria de Alerta Temprana de Especies Exóticas Invasoras) das bislang einzige bestätigte Nest der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) auf den Kanarischen Inseln endgültig entfernen. Die Hornissen hatten ihr Nest an der Fassade des Gymnasiums IES Isabel de España in Las Palmas de Gran Canaria gebaut.
Nach Einschätzung der Fachleute handelte es sich dabei um ein neu aufgebautes Nest, das von Arbeiterinnen errichtet worden war, die die Entfernung des ursprünglichen Nestes überlebt hatten. Dieses erste Nest war bereits Mitte Mai 2026 von der Feuerwehr der Gemeinde Las Palmas de Gran Canaria beseitigt worden. Das neu entstandene Nest befand sich an exakt derselben Stelle wie das ursprüngliche.
Der Einsatz dauerte etwa eine Stunde. Die Gemeinde Las Palmas de Gran Canaria unterstützte die Arbeiten mit einem Hubsteiger des städtischen Beleuchtungsdienstes.
Spezielle Schutzausrüstung für den Einsatz erforderlich
Für die sichere Durchführung der Arbeiten war der Einsatz spezieller persönlicher Schutzausrüstung erforderlich. Diese Schutzkleidung wurde eigens angefertigt. Nach Angaben von RedEXOS stellt die inzwischen auf den Kanaren verfügbare Ausrüstung sicher, dass ähnliche Einsätze künftig auf jeder Insel durchgeführt werden können.
Kein einziger Bürgerhinweis führte zu einem positiven Nachweis
Nachdem die Meldung über das erste Hornissennest auf den Kanaren in den Medien bekannt gegeben wurde, ging RedEXOS bislang 155 Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Keiner dieser Hinweise führte zu einem weiteren bestätigten Nachweis der Asiatischen Hornisse.
Sämtliche Meldungen erwiesen sich entweder als Verwechslungen mit anderen bereits auf den Kanaren vorkommenden Wespenarten oder waren mangels brauchbarer Fotos oder Videos nicht zur Identifizierung geeignet.
Nach Einschätzung der Experten befindet sich die Situation deshalb weiterhin unter Kontrolle. Eine zusätzliche Beunruhigung der Bevölkerung sei derzeit nicht gerechtfertigt.
Nur drei bestätigte Sichtungen in unmittelbarer Nestnähe
Bislang wurden lediglich drei Sichtungen der Asiatischen Hornisse bestätigt. Alle befanden sich in einem Umkreis von weniger als 250 Metern um das entfernte Nest.
Am 22. Mai 2026 gelang es dem Hausmeister des benachbarten IES Pérez Galdós, ein Exemplar mit einem Kunststoffbehälter einzufangen. Am 1. Juni 2026 filmte ein Entomologe eine weitere Arbeiterin bei der Nahrungssuche in den Grünanlagen neben dem Informationszentrum der Universität von Las Palmas de Gran Canaria (ULPGC). Am 3. Juni 2026 wurde schließlich eine weitere Hornisse in einer von RedEXOS aufgestellten Falle gefangen.
Weitere Einzeltiere können noch auftauchen
Obwohl die Entfernung des Nestes erfolgreich und ohne Zwischenfälle verlief, schließen die Experten nicht aus, dass in den Tagen nach dem Einsatz noch einzelne Tiere in der Umgebung beobachtet werden könnten. Es könne nicht mit absoluter Sicherheit garantiert werden, dass sich zum Zeitpunkt der Entfernung sämtliche Hornissen im Nest befanden.
Gleichzeitig halten die Fachleute es für unwahrscheinlich, dass eine größere Zahl von Tieren überlebt hat und erneut die Fähigkeit besitzt, ein weiteres Nest aufzubauen
RedEXOS bittet weiterhin um Mithilfe der Bevölkerung
Da nicht vollständig ausgeschlossen werden kann, dass sich weitere bislang unentdeckte Nester in der Umgebung befinden, ruft RedEXOS die Bevölkerung weiterhin zur Mitarbeit auf. Meldungen können wie gewohnt über die mobile Anwendung „RedEXOS Gobcan“ sowie über die Internetseite www.redexos.com eingereicht werden. Beide Plattformen dienen der Erfassung sämtlicher invasiver gebietsfremder Arten.
Zusätzlich bleiben die eigens eingerichteten Meldewege für mögliche Sichtungen der Asiatischen Hornisse vorerst bestehen. Verdächtige Fotos oder Videos von Nestern oder einzelnen Tieren können über die offizielle WhatsApp-Nummer 646 601 457 übermittelt werden. Darüber hinaus können mögliche Sichtungen rund um die Uhr über die Notrufzentrale CECOES unter der Telefonnummer 1-1-2 gemeldet werden.
Die kanarischen Behörden betonen, dass die Asiatische Hornisse derzeit ausschließlich im Umfeld des entfernten Nestes in Las Palmas de Gran Canaria nachgewiesen wurde. Auf Fuerteventura sowie auf den übrigen Inseln des Archipels gibt es bislang keine bestätigten Sichtungen dieser invasiven Art.
Hier findest du weitere Infos zur Asiatischen Hornisse auf den Kanaren.
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