Dass ein Rauchverbot an den Stränden auf Fuerteventura kommen könnte, war schon öfters im Gespräch. Grundsätzlich haben die Gemeinden in Spanien die Möglichkeit, ein Rauchverbot an ihren Stränden zu verhängen. Einige Gemeinden auf Gran Canaria, Teneriffa und Lanzarote haben von dieser Möglichkeit bereits Gebrauch gemacht. Doch die spanische Regierung hat schon vor geraumer Zeit eine Verschärfung des Tabakgesetzes angekündigt. Diese sieht unter anderem ein generelles Rauchverbot an allen Stränden in Spanien vor.
Wie das spanische Gesundheitsministerium am 21. Juli 2026 mitgeteilt hat, hat der spanische Ministerrat den Entwurf für ein neues Tabakgesetz verabschiedet und zur parlamentarischen Beratung an die Cortes Generales, das spanische Parlament, weitergeleitet.
Mit der Reform soll das Gesetz 28/2005 über gesundheitliche Maßnahmen gegen den Tabakkonsum grundlegend überarbeitet werden. Ziel ist es, deutlich mehr rauchfreie Bereiche zu schaffen, Kinder und Jugendliche besser zu schützen und die Gesetzgebung an neue Tabak und Nikotinprodukte anzupassen.
Die Reform ist Teil des Integrierten Plans zur Prävention und Kontrolle des Tabakkonsums (Plan Integral de Prevención y Control del Tabaquismo 2024 bis 2027), den der Ministerrat bereits beschlossen hatte. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums handelt es sich um die bedeutendste Aktualisierung der staatlichen Anti-Raucher-Gesetzgebung seit mehr als zehn Jahren. Hintergrund sind veränderte Konsumgewohnheiten, insbesondere unter Jugendlichen, sowie die starke Verbreitung von E Zigaretten, Nikotinbeuteln und weiteren Produkten.
Rauchverbot künftig auch an Stränden und auf Terrassen
Besonders weitreichend ist die Ausweitung der rauchfreien Bereiche. Künftig soll das Rauchen unter anderem auf den Terrassen von Bars, Restaurants und anderen Gastronomiebetrieben verboten werden. Ebenfalls betroffen sind Meeres- und Flussstrände, gemeinschaftlich genutzte Schwimmbäder, Sportanlagen, Nationalparks, Arbeitsfahrzeuge, sofern sie nicht ausschließlich privat genutzt werden, sowie Veranstaltungsorte für öffentliche Aufführungen wie Theater, Kinos, Konzerte und andere Veranstaltungen, auch wenn diese unter freiem Himmel stattfinden.
Darüber hinaus sieht das Gesetz besondere Schutzzonen rund um sensible Einrichtungen vor. Innerhalb eines Radius von 15 Metern vor den Eingängen öffentlicher Gebäude, öffentlicher und privater Gesundheitseinrichtungen, Sozialzentren, Schulen, Universitäten, Forschungseinrichtungen, Museen, Bibliotheken, Kulturzentren, Sportanlagen sowie Kinderparks und Spielplätzen soll das Rauchen ebenfalls untersagt werden.
Sollte das Gesetz in seiner jetzigen Form verabschiedet werden, würde dies auch sämtliche Strände auf Fuerteventura betreffen. Das Verbot würde unabhängig davon gelten, ob die jeweilige Gemeinde bereits freiwillig einen rauchfreien Strand ausgewiesen hat.
Minderjährige sollen besser geschützt werden
Eine weitere Neuerung ist das ausdrückliche Rauchverbot für Minderjährige. Bislang untersagte das Gesetz zwar den Verkauf und die Abgabe von Tabakprodukten an Personen unter 18 Jahren, das Rauchen selbst war jedoch nicht ausdrücklich verboten.
Nach den Ergebnissen der spanischen Schülerbefragung ESTUDES 2025 liegt der Anteil täglicher Raucher im Alter von 14 bis 18 Jahren mit 4,3 Prozent zwar auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 1994. Dennoch haben 15,5 Prozent der Jugendlichen innerhalb des letzten Monats Tabak konsumiert.
E-Zigaretten werden weitgehend gleichgestellt
Die Reform stellt E Zigaretten und weitere artverwandte Produkte weitgehend mit herkömmlichen Tabakprodukten gleich. Das betrifft sowohl Geräte mit als auch ohne Nikotin sowie Kräuterprodukte zum Rauchen, Shishas und andere Produkte, die das Rauchen nachahmen oder mit dem traditionellen Tabakkonsum in Verbindung stehen.
Für diese Produkte sollen dieselben Nutzungsverbote in rauchfreien Bereichen gelten wie für klassische Zigaretten. Eine Ausnahme bilden Nikotinbeutel. Sie werden nicht in das Rauchverbot einbezogen, dürfen jedoch ebenfalls nicht von Minderjährigen konsumiert werden.
Außerdem soll der Verkauf und die Abgabe dieser Produkte künftig ausschließlich über Fachgeschäfte erfolgen, die noch festzulegende Anforderungen erfüllen müssen. Anlass dafür ist die zunehmende Verbreitung insbesondere unter Jugendlichen. Laut ESTUDES 2025 haben bereits 49,5 Prozent der 14 bis 18 Jährigen mindestens einmal E Zigaretten ausprobiert. Der Konsum innerhalb der letzten 30 Tage stieg von 14,9 Prozent im Jahr 2019 auf 27,1 Prozent im Jahr 2025.
Deutlich strengere Werbevorschriften
Das Gesetz verschärft außerdem die Vorschriften für Werbung, Verkaufsförderung und Sponsoring von Tabakprodukten, E-Zigaretten und verwandten Erzeugnissen. Die Einschränkungen gelten für sämtliche Medien und Werbeformen, einschließlich Internet, Verkaufsautomaten sowie direkter und indirekter Werbung.
Auch an Verkaufsstellen werden neue Grenzen gesetzt. Werbung in Schaufenstern oder Beschilderungen, die von außen sichtbar sind, soll künftig unzulässig sein.
In Fernsehprogrammen, audiovisuellen Medien sowie Internetformaten sollen Moderatoren, Mitwirkende oder Gäste künftig weder rauchen noch entsprechende Produkte zeigen oder Marken, Logos oder andere Erkennungszeichen von Tabak- oder Nikotinprodukten direkt oder indirekt präsentieren. Gleichzeitig wird das Allgemeine Gesetz über audiovisuelle Kommunikation entsprechend angepasst.
Beobachtungsstelle kehrt zurück
Mit der Reform wird außerdem die im Jahr 2014 abgeschaffte Beobachtungsstelle zur Prävention des Tabakkonsums (Observatorio para la Prevención del Tabaquismo) wieder eingerichtet. Sie soll Maßnahmen zur Umsetzung des Gesetzes entwickeln, Ziele zur Senkung des Tabakkonsums festlegen, regelmäßige Berichte veröffentlichen und die Zusammenarbeit der zuständigen Behörden verbessern.
Das Gesetz soll 20 Tage nach seiner Veröffentlichung im spanischen Staatsanzeiger Boletín Oficial del Estado, BOE, in Kraft treten. Für die Anpassung der Beschilderung an Orten mit Rauchverbot ist anschließend eine Übergangsfrist von zwei Monaten vorgesehen.
Nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums verfolgt die Reform das Ziel, die Gesetzgebung an die heutigen Konsumgewohnheiten anzupassen, die öffentliche Gesundheit besser zu schützen, die Belastung durch Tabakrauch und Aerosole in gemeinsam genutzten Bereichen zu verringern, den Einstieg von Kindern und Jugendlichen in den Tabakkonsum zu verhindern und den Ausstieg aus dem Rauchen zu erleichtern.
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