Urlauber-Abzocke durch Timesharing: Betrügerbande auf Gran Canaria festgenommen

Timesharing, also ein Teilzeitwohnrecht, mit dem Urlauber durch einen Vertrag über mehrere Jahre hinweg zu einer bestimmten Zeit im Jahr eine Urlaubsunterkunft bewohnen dürfen, ist weit verbreitet. Immer wieder hört man von Betrügerbanden, die Urlauber mit windigen Timesharing-Verträgen über den Tisch ziehen. Nun hat die Polizei auf Gran Canaria ein organisiertes Netz von Timesharing-Betrügern zerschlagen und im Zuge dessen insgesamt 15 Personen verhaftet.

Den festgenommenen Betrügern, unter denen sich auch die führenden Köpfe der Organisation befinden, wird vorgeworfen durch dubiose Rückkäufe von Timesharing-Rechten ausländischer Bürger über 3 Millionen Euro ergaunert zu haben. Die Ermittlungen begannen bereits im März 2014, nachdem die Polizei zahlreiche Anzeigen von Bürgern aus den verschiedensten EU-Ländern erhalten hatte, die allesamt behaupteten Opfer von Timesharing-Betrügern geworden zu sein. Mittlerweile haben sich somit insgesamt 150 Anzeigen gegen ähnliche Vorgehensweisen angehäuft.

Im Laufe ihrer Ermittlungen fanden die Beamten heraus, dass die Bande zwei Gebäude auf der Insel als Call-Center nutzte, um so telefonisch mit ihren Opfern Kontakt aufzunehmen. Den ausgewählten Opfern aus mehreren EU-Ländern wurde ein Rückkauf ihrer Teilzeit-Eigentumsrechte an Ferienwohnungen angeboten. Für die Deckung vermeintlicher Bearbeitungs- und Verwaltungskosten des Kaufvertrags forderten sie von ihren Opfern eine Vorauszahlung, die direkt auf die Konten der Betrüger ging. Der Kaufvertrag jedoch kam nie zu Stande und auch ihren vermeintlichen Rückkaufpreis sahen die Kunden in Wirklichkeit nie.

Nach vorangeschrittenen Ermittlungen konnte man die Identität einiger Zahlungsempfänger ausfindig machen und so schließlich ausreichend Informationen aufdecken, die zur Zerschlagung der Betrügerbande führte. Die Hochstapler wurden von der Polizei geschnappt, als sie gerade eine Barzahlung in Höhe von 8000 Euro tätigen wollen. Neben zwei Wohnungsdurchsuchungen der führenden Mitglieder wurden auch die zwei Räumlichkeiten durchsucht, die den Betrügern als Telefonzentralen dienten. Dort konnte umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden, darunter Verträge mit Wohnungsbaugesellschaften, Personenlisten der Opfer und Bargeld in Höhe von über 11.000 Euro.

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