Familiendrama auf Teneriffa: Gericht trifft Vorbereitungen für die Rückkehr des überlebenden Jungen nach Deutschland

Doppelmord Teneriffa w

Am 23. 7 24. April hatte sich auf Teneriffa mutmaßlich ein Familiendrama abgespielt. Der 43-jährige Vater Thomas H. wird verdächtigt, seine 39-jährige Frau Saskia und seinen 10-jährigen Sohn Jakob in einer Höhle erschlagen zu haben.

Der 6-jährige Jonas soll nach dem ersten Angriff aus der Höhle geflohen sein. Er irrte stundenlang herum, bis Passanten ihn sahen und die Polizei informierten.

Gerichtliche Vernehmung des Kindes

Am 29.04. hatte das Gericht einen Termin zur Vernehmung des Jungen angesetzt. Der Junge wurde von zwei Psychologen in einem speziellen Spielzimmer befragt. Die Aussage des Jungen wurde per Video aufgezeichnet. Er war mit den Psychologen allein im entsprechenden Raum, die Richterin, der Verteidiger des Vaters und der Staatsanwalt sahen und hörten aus einem durch einen Einwegspiegel getrennten Raum aus zu. Über die Psychologen konnten auch Rückfragen an das Kind gestellt werden.

Mit dieser Maßnahme wollte das Gericht erreichen, dass der 6-Jährige nicht nochmals vor Gericht erscheinen muss und so auch wieder nach Deutschland ausreisen kann.

Die Familie des Jungen war nicht in der Lage, selbst nach Teneriffa zu reisen. Sie habe in Zusammenarbeit mit dem deutschen Konsulat einen deutschen Geistlichen beauftragt, den Junge einerseits während seines Aufenthalts auf Teneriffa zu besuchen und ihn nach seiner Aussage wieder nach Deutschland zurück zu begleiten. Nach Gerichtsaussagen soll die Rückreise voraussichtlich noch in dieser Woche stattfinden.

Die Vernehmung sollte die Beziehung zwischen den Eltern aus Sicht des Jungen klar stellen. Besonderes Augenmerk richte man auf eine möglicherweise bevorstehende Trennung der Eltern.

Außerdem lies sich das Gericht die Zeit vor dem Angriff ausführlich schildern.

Der Junge habe letztlich seinen Vater ganz klar als den Angreifer auf seine Mutter identifiziert. Allerdings habe er außer dem Beginn der Aggression keine weiteren Details gesehen. Er wisse auch nicht, was mit seinem Bruder passiert sei.

Ein klarer Fall

Nach der Staatsanwaltschaft ist der Fall „ziemlich klar“. Es fehlen noch einige forensische Untersuchungen, aber alle Indizien deuten darauf hin, dass Thomas seine Frau und den gemeinsamen Sohn mit Fäusten und Steinen erschlagen hat. Dieses passe genau zu den Verletzungen, die Thomas bei seiner Festnahme aufwies. Ebenso hatte die Guardia Civil in der Nähe des Wohnortes dem mutmaßlichen Täters blutige, schmutzige Kleidung in einem Müllcontainer gefunden, die ebenso auf den Vater als Täter hinweise.

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