Hotel RIU Oliva Beach lädt Betriebsrat zur Einleitung des Massenentlassungsverfahrens

Demonstration RIU Oliva Beach Corralejo

Die Betreibergesellschaft des Hotels RIU Oliva Beach in Corralejo im Norden Fuerteventuras hat die Arbeitnehmervertreter einbestellt, um die Bedingungen des seit langem angedrohten Massenentlassungsverfahrens zu verhandeln.

In einem Schreiben an den Betriebsrat hat das Unternehmen „Geafond Número Uno Lanzarote, S.A.“, eine Tochtergesellschaft der RIU-Gruppe, eine erste Sitzung für den 25.02.2020 um 12.00h einberufen. Diese findet in der Betriebsstätte, also im Hotel RIU Oliva Beach statt.

In dieser Versammlung werde man über die Situation des Unternehmens und die Maßnahmen informieren, die getroffen werden müssen, um die Schwierigkeiten, mit denen es sich konfrontiert sieht, zu überstehen.

In der Versammlung werde außerdem der Beginn der 30-Tagefrist verkündet, die im spanischen Arbeitsrecht („estatuto de los trabajadores“) vorgesehen ist, das kollektive Entlassungen regelt. Außerdem werden die für ein solches Massenentlassungsverfahren gesetzlich vorgesehenen Unterlagen ausgehändigt.

Ein solches Verfahren kann entweder die vorübergehende Aussetzung der Arbeitsverhältnisse oder aber die endgültige Beendigung derselben zum Gegenstand haben.

In jedem Fall könnte die jetzige Situation ein Indiz dafür sein, dass eine Einstellung des Betriebs und die Schließung des Hotels bevorsteht.

Androhung des Massenentlassungsverfahrens im Sommer 2019

Das Unternehmen hatte die Einleitung eines „expediente de regulación de empleo“, kurz ERE, also eines kollektiven Entlassungsverfahrens bereits im Sommer 2019 für den Fall angekündigt, dass die Genehmigung zur Renovierung des betagten Hotels nicht zeitnah erteilt werde. Das Unternehmen hatte kritisiert, dass man die Genehmigung für die Renovierung bereits im November 2017 beantragt hätte. Das Umweltministerium soll bis Ende 2019 nicht einmal auf den Antrag geantwortet haben.

Die Mitarbeiter des Hotels RIU Oliva Beach hatten immer wieder mit Demonstrationen für den Erhalt der knapp 400 Arbeitsplätze gekämpft.

Anfang Januar 2020 wurde dann bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Konzession für das RIU Oliva Beach angemeldet hatte, die in 2003 erteilt und in 2016 um 75 Jahre verlängert worden war. Das Unternehmen soll bei der Beantragung falsche Angaben über die Eigentumsverhältnisse der zum Komplex gehörenden Apartmentanlage gemacht haben. Bei Kenntnis der tatsächlichen Eigentumsverhältnisse hätte aus Sicht der Staatsanwaltschaft die Konzession nicht erteilt werden können, weshalb die Konzession insgesamt nichtig sein könnte.

Kurz darauf hieß es, dass eine Trennung der Konzession für Hotel und Apartments das Problem lösen könnte.

Das Umweltministerium untersucht derzeit die Rechtmäßigkeit der Konzession und legt bis zur Klärung dieser Frage die mögliche Erteilung einer Genehmigung zur Renovierung auf Eis.

24 Kommentare

  1. Warum meckern immer alle über die deutschen Behörden.
    Anscheinend ist es woanders noch viel schlimmer…oder?

  2. Es ist einfach nicht nachvollziehbar.
    Es geht hier nicht nur um 400 Mitarbeiter, es betrifft auch sämtliche Zulieferfirmen. Warum kann man keinen Kompromiss finden, anstatt eine weitere Ruine entstehen zu lassen. Fuerteventura hat bereits jetzt große Umsatzeinbußen. Durch eine Schließung des Oliva Beach werden weitere Touristen nicht mehr auf die Insel kommen. Ich hoffe immer noch auf eine Einigung. Es kann doch nicht sein, dass es den spanischen Behörden völlig egal ist, die jetzt schon hohe Arbeitslosigkeit weiter in die Höhe zu treiben, nur um irgendein „Politikum“ durchzusetzen . Wir haben bereits für Juni wieder gebucht!!!
    Ich wünsche allen Mitarbeitern weiterhin Kraft und Durchhaltevermögen 🍀🍀🍀

  3. Der so oft vorgeschobene Naturschutz ist leider mehr als oft gegen Menschen-Interessen und uebertrieben. Man kann hoffen, dass die Politikhirne einen Lichtblick erhalten. Stoppt die EU-Finanzierungen für Fuerteventura. Der Tourismus erhält die Bewohner am Leben.

  4. An wen kann ich mich mit Regressansprüchen wenden, wenn meine drei Wochen im Juni i s Wasser fallen?

  5. Es ist eine Schande, was da passiert! Über 400 Personen werden direkt ihre Arbeit verlieren. Dann die ganzen Zulieferer und all die anderen. Nur weil die Regierung, wie so oft auch schon bei uns, Machtkämpfe und absolutes Desinteresse an den Menschen zeigt! Liebe Regierung in aller Welt!! IHR ARBEITET FÜR DIE BEVÖLKERUNG!!! Falls ihr es vergessen haben solltet!!!

  6. Es wäre toll wenn sich auch die Reisevetanstalter , wie z.B. die TUI ,für das Hotel und die Angestellten einsetzen würden, sie hätten es verdient

  7. Wir verbringen gerade unseren Urlaub hier und wir sind sehr zufrieden mit der Unterkunft, dem Essen und vorallem den Angestellten, die uns einen tollen Aufenthalt beschweren.
    Ich drücke allen Arbeitnehmern die Daumen, dass sie ihren Arbeitsplatz behalten.

  8. Wir sind gerade im Hotel. Man merkt , dass die Angestellten bereits die Handbremse etwas angezogen haben. Auch das Essen ist nicht das, was ich von einem Riu erwarte. Sicherlich fragt man sich, wie man hier vor 40 Jahren bauen durfte. Auch da gab es schon Umweltschutz. Ob mit einer Schließung geholfen ist, ich glaube nicht, siehe stella mares in Jandia. Allerdings sollten ganz klare Umweltschutzauflagen für eine Weiternutzung erteilt werden.Wer hier Urlaub machen will, der fast dann auch gern tiefer ins Portmonee. Netter Nebeneffekt, man hält sich die Saufurlauber fern, die hier anscheinend gern einkehren.

  9. Wenn das Geafond Número Uno Lanzarote, S.A., zur Sitzung lädt ist es beschlossene Sache. Auf der Insel ein ähnliches Hotel zu finden ist schwierig und die ganzen Angestellten die hier zerschlagen werden für die ist es mal noch eine ganz andere Nummer. Der Norden um Corralejo wird schwere Zeiten entgegen gehen.
    Wir waren 2019 das letzte Mal dort und hatten die nächste Reise für 2021 geplant, daraus wird wohl nicht mehr werden.
    Die Angestellten tun mir richtig leid.

  10. Es ist ein Jammer, wenn es genau so kommt wie im Orteingang Corralejo, das Agujas , das seit vielen Jahren ein Beispiel für Fehlplanung Inkompetenz und Mangel an Willen was vernünftiges daraus zu machen. Es macht mich nur traurig dieses Betongerippe gegenüber von Atlantis Bahia Real … Wenn jetzt Oliver Beach auch noch dazu kommt ? Ich mag es mir nicht vorstellen. Aber Kakerlaken werden sich einrichten können!

  11. Das ist so schade. Ich weiss nicht, warum es nicht möglich ist, einen Kompromiss zu finden. Ein Geisterhotel an diesem tollen Strand nützt keinem etwas. Schade für die Mitarbeiter, die einem sinnlosen Machtspiel zum Opfer fallen.

  12. Das Riu Oliva Beach ist ein großartiger Ort und wir kennen viele Menschen die dort arbeiten seit vielen Jahren! Diesen Ort zu zerstören und die vielen Arbeitsplätze kaputt zu machen ist sehr traurig!

  13. Warum nur wählt ihr solche unfähigen Leute in solche Funktionen? Ob das alles rechtens war oder nicht, das Hotel jetzt zu schließen verstößt eklatant gegen den Umweltschutz. Es bliebe eine Ruine in der Dünenlandschaft stehen, viele Menschen verlören ihre Existenz und an den örtlichen Gegebenheiten würde sich für die Natur überhaupt nichts ändern. Anstatt einen Kompromiss auszuhandeln mit dem Ziel der Erhaltung des Hotels werden sich wohl die Bürokraten in den Ämtern durchsetzen und ein Kleinod ist zerstört. Erhaltet doch das was ihr habt! Wer will denn dann dort noch Urlaub machen, wenn da alles kaputt ist? Ich kenne genug Hotels weltweit, die geschlossen wurden jahrelang verfielen und die Umwelt verschmutzen und Urlauber abstoßen um sie jetzt ann gleicher Stelle mit viel Geld und Pomp wieder aufzubauen. Ein Irrsinn und genau das, was wir nicht brauchen. Ich hoffe immer noch, dass alle hier zur Besinnung kommen, Hoffentlich sonst sind alle, die es kennen unendlich hilflos traurig. Gebt eurem Herz einen Ruck!

  14. Wurde die Küstenstrasse in den Dünen eigentlich inzwischen gesperrt, wie als Bedingung für die inzwischen fertige Autobahn vorgesehen?

  15. Das ist so ein Affentheater.Hier denkt man in Paragrphen und nicht an die Menschen.
    Schämt Euch.
    Dann nie wieder Fuerteventura.
    Einfach lächerlich und traurig.

  16. Es ist furchtbar, dass die „Sesselfurzer“ in den Behörden und Ministerien kein Gespür mehr dafür haben, wie viele Existenzen aufs Spiel gesetzt werden und welche Sorgen die Betroffenen bezüglich der Zukunft ihrer Familien haben. Und das Ganze für Nichts und wieder Nichts, denn es entsteht eine Loose-Loose Situation, da das Vorgehen der Behörden überhaupt keinen Sinn macht. Der Hinweis auf den Naturschutz spielt ja bei Filmaufnahmen in den herrlichen Dünen auch keine Rolle, solange der Preis stimmt.
    Schlimmstenfalls entsteht sogar eine weitere Ruine direkt am Strand, die möglicherweise Gäste zukünftig abschrecken könnte, und somit könnte auch das Tres Islas Nachteile erleiden.
    Lediglich die Leute, die in den Ministerien mit dem Thema beschäftigt sind, trifft es ja nicht, da sie ja ein sicheres Arbeitsverhältnis haben.

  17. Patrick Koch

    Die Naturschützer sind doch bestimmt fest davon überzeugt, dass es dann abgerissen und die Fläche debattiert wird. Oder?🤔🤔🤔

  18. Es ist eine Schande soviel Arbeitsplätze zu vernichten und eine weitere Bauruine zu hinterlassen. Was diesen schönen Strand in Coralejo zu einem „Geisterstrand“ macht.
    Kann man nur drauf warten bis dem Tres Islas das gleiche Schicksal ereilt. Wir haben für August das Oliva Beach gebucht und müssen jetzt wohl stornieren.

  19. Es geht nicht um die Menschen (wie bei uns im Land) es geht um Interessen einzelner und um Macht , leider einfach traurig dass ganze, überall die gleiche sch…..

  20. Einfach traurig, sogar schrecklich…
    So viele Existenzen… Warum spielt das keine Rolle. Wieder eine Ruine mehr…

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