Fluglotsen müssen zur Vernehmung vor Gericht

Das zuständige madrider Gericht hat den Präsidenten der Gewerkschaft der Fluglotsen, Camilo Cela, sowie 15 weitere Fluglotsen der Kontrollzentren von Barajas und Torrejón de Ardoz, die an dem wilden Streik vom 03. und 04.12.2010 beteiligt waren, als Beschuldigte zur Befragung vorgeladen. Weitere Fluglotsen müssen im September zu ihrer Befragung vor Gericht antreten.

Viele Fluglotsen hatten damals wegen angeblicher Krankheit ihre Arbeitsplätze verlassen und damit fast den gesamten europäischen Luftraum in ein Chaos gestürzt, von dem mehrere hunderttausend Passagiere betroffen waren.

Die spanische Regierung hatte darauf hin den Alarmzustand verhängt und die wild streikenden Fluglotsen kurzerhand unter die Befehlsgewalt des Militärs gestellt und offiziell zum Dienst einberufen. In Anbetracht der nun nach Militärstrafrecht drohenden Strafen gaben die Fluglotsen klein bei. Der Streik war binnen 24 Stunden beendet. Das Chaos im Luftraum wirkte jedoch noch einige Tage nach.

Schon wenige Tage nach dem wilden Ausstand zitierte die Staatsanwaltschaft die Fluglotsen zur Befragung, der sich viele Fluglotsen mit dem Argument entzogen, dass für den Fall nicht die gewöhnliche Gerichtsbarkeit, sondern ein Militärgericht zuständig sei. Der Generalstaatsanwalt stellte jedoch klar, dass die gewöhnliche Gerichtsbarkeit zuständig sei, da die Beschuldigten zu ihren Handlungen vor der Verhängung des Alarmzustandes befragt werden sollten. Den Beschuldigten drohen bis zu 8 Jahre Haft, sollte das Gericht zu dem Schluss kommen, dass sie einen Aufstand angezettelt bzw. sich daran beteiligt haben.

Die Justizverwaltung hat eigens für diesen Fall eine weitere Kammer eingerichtet, um die Bearbeitung des Falles zu beschleunigen.

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