Hohe Scheidungsrate auf den Kanaren

Bei der Zahl der Scheidungsanträge pro 100.000 Einwohner lagen die Kanaren 2017 spanienweit auf Platz Zwei. Laut Statistik des Obersten Justizrates ergibt sich daraus ein Wert von 26,9 Scheidungen auf 100.000 Einwohner, der nur noch in Valencia höher ist. Mit 19,1 Scheidungen auf 100.000 Einwohner liegt die Region Kastilien und León im Nordwesten des Landes auf dem letzten Platz. Im Durchschnitt sind letztes Jahr in Spanien knapp 24,6 Ehen auf 100.000 Einwohner gescheitert.

Auf den Kanaren kam es 2017 insgesamt zu 5.879 Scheidungsverfahren. Dies schließt neben Nichtigkeitserklärungen der Ehe auch Trennungen und Scheidungen mit oder ohne gegenseitiges Einvernehmen ein. Umgerechnet kommt man so auf einen Durchschnitt von 16 Eheauflösungen pro Tag. Im Vergleich zu den 6.073 Anträgen im Vorjahr fällt die Zahl dennoch 3,3% geringer aus.

Kaum Unterschiede zwischen den Kanarischen Provinzen

In der Provinz Las Palmas sind mit 2.956 Fällen durchschnittlich 8,9 Ehen pro Tag in die Brüche gegangen. Darunter befanden sich zwei Erklärungen der Nichtigkeit, 1.487 einvernehmliche und 1.322 nicht einvernehmliche Scheidungen sowie 87 einvernehmliche und 58 nicht einvernehmliche Trennungen. In Santa Cruz de Tenerife hingegen ist die Zahl mit 2.923 Fällen und umgerechnet acht betroffenen Ehepaaren pro Tag knapp 1,1% geringer. Während 1.316 Scheidungen und 19 Trennungen streitig geklärt werden mussten, geschahen 1.551 Scheidungen und 33 Trennungen im beidseitigem Einvernehmen.

Der Trend geht damit deutlich hin zur Einigkeit der Ehepartner. Die Zahl der Streitfälle bei Trennungsanträgen ist im Vergleich zwischen 2016 und 2017 von 113 auf 77 Fällen um 31,9% gesunken. Gleichzeitig stieg die Zahl der einvernehmlichen Trennungen um 9,8% von 133 auf 120 an. Auch die Zahl der streitigen Scheidungen, die 2016 noch bei 2.730 lag, hat sich im vergangenen Jahr auf 2.638 reduziert.

Die einvernehmlichen Scheidungsanträge zeigen im Jahresvergleich einen 1,9-prozentigen Rückgang von 3.097 auf 3.038 Fälle. Der Anteil der für ungültig erklärten Ehen ist mit einem zusätzlichen Fall quasi gleich geblieben.

2 Kommentare

  1. Hallo Andy, Du hast Recht! 26 Scheidungen auf 100.000 Ehen wären wirklich phänomenal.Gemeint war der Bezug auf 100.000 Einwohner. Herzlichen Dank für den Hinweis auf die fehlerhafte Formulierung.

  2. Die Zahlen erscheinen mir nicht so recht stimmig. Den ersten Sätzen ist die Rede von Scheidungsanträgen je 100.000 Einwohner. Danach gehts mit Scheidungen je 100.000 Ehen weiter. Und wenn diese Zahl stimmt (Zitat: Im Durchschnitt sind letztes Jahr in Spanien knapp 24,6 aus 100.000 Ehen gescheitert) wären das aus meiner Sicht phänomenal wenige Scheidungen (25! von 100.000). Oder sind damit 24,6% gemeint?

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