Wieder ein Ölteppich auf Gran Canaria: Kilometerlanger Küstenstreifen im Tauchgebiet El Cabrón muss gesäubert werden

Passend zu den derzeitigen Protesten gegen die Erdölförderung auf den Kanaren kam es Mitte Juli erneut zu einem Zwischenfall, der das Thema mit Sicherheit weiter anheizen wird. Nur knapp drei Monate nach einem ähnlichen Desaster auf Gran Canaria, bei dem ein Ölteppich die südliche Küste der Insel verschmutzte und zur zeitweiligen Schließung einiger Strandabschnitte führte, ist erneut ein Inselgebiet betroffen. Am Mittwochnachmittag des 16.07.2014 schwamm ein kilometerlanger Teppich aus Öl und Unrat auf die Küste von El Cabrón im Osten Gran Canarias zu.

Dabei ist der weitläufige Küstenabschnitt in der Gemeinde Agüimes ganz in der Nähe des Flughafens bekannt für seine atemberaubende Unterwasserwelt und gilt nicht umsonst als wahres Paradies für Taucher aus aller Welt. Ein Schiff, das im Hafen von Salinetas ablegte, benachrichtigte die Behörden als erstes über einen breiten und zähflüssigen Ölstreifen, der sich auf Höhe des Hafens von Taliarte auf dem Meer bewegte. Ein Schiff der kanarischen Seerettung fand sich kurz darauf am Ort des Geschehens ein, um das Ausmaß der Verschmutzung beurteilen zu können. Am Nachmittag entdeckten einige Taucher rund um das Unterwasserreservat El Cabrón bereits schmierige Ölablagerungen innerhalb der Felsenküste. Wie ein Taucher berichtete, wunderte man sich zunächst über einen merkwürdigen Ölgeruch im Wasser, bis man plötzlich schwarzen Ölschlamm zwischen den Felsen entdeckte, der sich schließlich auf über zwei Kilometer Küstenstreifen ausbreitete. Sofort begannen zahlreiche freiwillige Helfer, darunter Taucher und anliegende Bürger der Gemeinde, mit den nötigen Säuberungsarbeiten, indem sie das Öl aus Küste und Wasser mit Eimern abtrugen und somit eine weitere Ausbreitung verhindern konnten. Unterstützt wurden sie später auch von den lokalen Hilfstruppen, darunter einer 25-köpfige Helfergruppe der Gemeindeverwaltung sowie Beamten der Lokalpolizei, der Guardia Civil und der Protección Civil. Am darauffolgenden Tag halfen insgesamt fast 200 Personen dabei, das giftige Öl aus Wasser, Sand und Steinen zu entfernen. Am Abend rückte endlich ein beorderter Container an, um die schädlichen Ölreste zu entsorgen.

Da bislang noch nicht bekannt ist, woher das Öl stammt, entnahmen die Behörden Proben, um den Austrittsursprung zu analysieren und den Umweltverschmutzer ausfindig zu machen. Generell schließt die Polizei nicht aus, dass ein vorbeifahrendes Schiff auf hoher See durch eine Säuberung seiner Tanks unerlaubterweise Öl abgelassen hatte und dieses durch die Strömung bis an die südöstliche Inselküste angespült wurde. Momentan werden vier Schiffe von der Polizei ins Visier genommen, da sie unter Verdacht stehen die Umwelt durch eine illegale Tankreinigung auf offener See verschmutzt zu haben. Aufgrund der gleichzeitigen Anschwemmung von Öl und Unrat sowie durch den äußerst zähflüssigen Zustand wird vermutet, dass das Öl bereits drei Tage lang auf offener See herumgetrieben war.

Der Bürgermeister der Gemeinde Agüimes, Antonio Morales, zeigte sich sehr besorgt über die Tatsache, dass sich innerhalb so kurzer Zeit zwei schwerwiegende Fälle der Ölverschmutzung auf Gran Canaria ereigneten. Er bemängelte außerdem unzureichende Schiffskontrollen an den Häfen sowie auch eine viel zu langsame Mobilisierung seitens der Regierung. Hunderte Freiwilliger leisteten stundenlang eine vorbildliche Hilfe, um die Küste vom umweltschädlichen Ölschlamm zu befreien. Die angeforderten Hilfstruppen der Regierung seien erst viel zu spät am Einsatzort eingetroffen, um das abgetragene Öl schließlich abzutransportieren. Morales fügte hinzu, dass die Gemeindeverwaltung vor Ort die kanarische Regierung um eine finanzielle Unterstützung ersuchen wird. Die Abtragung und Entsorgung von mittlerweile 20 Tonnen Öl sowie deren Überführung auf das spanische Festland zur weiteren Analyse ist mit enormen Kosten für die Gemeindekassen verbunden und sollte mit staatlicher Unterstützung rechnen.

1 Kommentar

  1. Ja, so kann man ja auch –Meer und –Ölbad -direkt nehmen, das nennt dann KURBADEN . Also am besten noch ein OLIVENBAD ;KEIN VERSCHNUTZTES ÖLBAD VON DEN ÖLBÄDERN: NEHMT EUER ÖL IN REGIONEN;WO KEINE MENSCHEN UND TIERE SIND: ALSO IN REGIONEN DIE NICHT ZUM FÜR WASSER UND UMWELT SCHADEN NEHMEN:
    DIE ERDE WIRD NUN AUSGEBEUTET :PROFIT-PROFIT WO GEHT DAS NOOCH HIN?????
    NEHMT EUCH AN DEN UREINWOHNERN EIN BEISPIEL;SIE LEBEN GEMEINSAM OHNE EINSCHRÄNKUNG —MIT DER NATUR—IM EINKLANG:

    ES LEBE NOCH UNSERE MUTTER ERDE ES GRÜSST LOBI

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