Tortilla – eine der beliebtesten Tapas auch auf Fuerteventura

Tortilla

Die „Tortilla española“ wie sie richtig heißt, ist eine der beliebtesten Tapas in der spanischen Küche. Auch auf Fuerteventura bekommt man sie in fast jeder Bar serviert. Grund genug, um die beliebte Tapa einmal genauer vorzustellen:

Tortilla ist nicht gleich Tortilla

Die Spanier unterscheiden die „tortilla francesa“ und die „tortilla española“. Eine tortilla besteht aus aufgeschlagenem Ei, das mit Öl in einer Pfanne gestockt wird. Während die tortilla francesa nur aus Eiern besteht, also nach deutschem Verständnis eher ein Omelett ist, werden für die tortilla española Kartoffeln und Eier verwendet. Sie heißt daher auch oft „tortilla de patatas oder kanarisch „tortilla de papa“ (patatas, papas spanisch für Kartoffeln). Es gibt Varianten mit Zwiebeln oder weiteren Zutaten wie Chorizo, Paprika oder Zucchini. Klassisch ist aber die Herstellung nur mit Eiern, Kartoffeln, Olivenöl, Salz und gegebenenfalls Zwiebeln.

In Südamerika versteht man unter einer tortilla einen mit Maismehl gebackenen Fladen. Daher wird hier in der Regel auch der Zusatz – de huevos (aus Eiern) gemacht um die Varianten voneinander abzugrenzen.

Bestellen Sie aber auf Fuerteventura eine tortilla, wird man jedoch höchstens noch gefragt ob man „francesa“ oder „española“ wünscht.

Kartoffeln auf den Kanaren

Wie genau die Kartoffeln nach Europa kamen, ist heute nicht mehr genau nachzuvollziehen. Sicher ist, dass sie ursprünglich aus Südamerika kam.

Die ersten Erwähnungen für Kartoffeln auf den kanarischen Inseln gab es 1567. Frachtpapiere belegen, dass im November 1567 drei Fässer, die Orangen, Kartoffeln und grüne Zitronen enthielten von Gran Canaria nach Antwerpen verschifft wurden.
Historiker gehen davon aus, das mindestens 5 Jahre nötig waren, um Kartoffeln so anbauen zu können, dass man sie exportieren konnte. Somit sind die Kartoffeln um 1562 herum auf die Kanaren gekommen.

Die ersten Erwähnungen von Kartoffeln auf dem spanischen Festland finden sich in den Büchern des Krankenhauses von Sevilla. Dieses hatte 1573 Kartoffeln eingekauft, wie historische Dokumente belegen.

Damit waren die Kartoffeln auf den Kanaren wahrscheinlich schon früher bekannt, als auf dem spanischen Festland.

Deutschland ist übrigens erst viel später nachgezogen. Zunächst kannte man die Kartoffel nur wegen ihrer hübschen Blüte, erst um 1647 sollen die ersten Kartoffeln in Deutschland angebaut worden sein.

Im Jahr 2016 soll nach statischen Angaben der Pro-Kopf-Verbrauch der tollen Knolle in Deutschland bei 61kg gelegen haben. Die Spanier standen im selben Jahr den Deutschen mit einem pro Kopf Verbrauch von 60kg aber nicht wirklich nach.

Die Herstellung gleicht einer Glaubensfrage

Auch wenn man es nicht fast nicht glauben kann, die Herstellung einer „tortilla española“ gleicht einer Glaubensfrage. Auch wenn nur wirklich wenige Zutaten gebraucht werden, gibt es zig Varianten, nach denen man die Tortilla herstellen kann.

So werden die Kartoffeln vor dem Stocken mit dem Ei in der Pfanne gegart. Einfach kochen, könnte man jetzt denken. Ja, das ist eine Variante. Aber traditionell werden die rohen Kartoffeln für die Tortilla in Olivenöl gegart. Sie lesen es schon, wir schreiben gegart. An dieser Stelle im Rezept scheiden sich nämlich die Geister bereits. Man kann die Kartoffeln entweder frittieren oder aber langsam im Öl kochen. Bei beiden Varianten sollte man nach dem Garen die Kartoffeln gut abtropfen lassen, denn die Tortilla ist so hergestellt nicht grade ein Diätessen.

Nach dem Garen der Kartoffeln im Öl werden diese mit den aufgeschlagenen Eiern vermischt und das Ganze stockt dann in einer Pfanne bei nicht zu hoher Temperatur. Einmal wenden, damit auch die andere Seite schön stocken kann und fertig ist die Tortilla.

Wie lange muss das Ei stocken? Da hätten wir die nächste Glaubensfrage. In manchen Haushalten isst man die tortilla so kurz gestockt, dass das Ei im Inneren noch roh ist und beim Anschneiden herausläuft. Andere lassen das ganze länger stocken und erhalten so einen festere Konsistenz. Wir können Ihnen nur raten, es einfach auszuprobieren. Wichtig ist es bei der Tortilla nur ganz frische Eier zu verwenden.

Zwiebel ja oder nein? Wir persönlichen essen unsere Tortilla am liebsten mit Zwiebeln.

Geduld und Zeit sind zur Zubereitung einer echten tortilla española unersetzlich, machen aber tatsächlich geschmacklich den Unterschied aus!

Im folgenden Tortilla Rezept finden Sie noch einige Tipps und Tricks von spanischen Hausfrauen:

Rezept Tortilla española

Sie brauchen:

  • 5-6 mittelgroße Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 7-9 Eier (je nach Größe)
  • Olivenöl ca. 300ml oder neutrales Öl, nach Geschmack!
  • Salz

Zwiebel schälen und nicht zu kleine Würfel scheiden. Kartoffeln schälen. Vierteln und in nicht zu feine Scheiben schneiden. Das Öl in einer beschichteten Pfanne etwas erwärmen und dann die Kartoffeln dazugeben. Kräftig Salzen. Auf niedriger bis mittlerer Hitze die Kartoffeln im Öl kochen. Dazu müssen die Kartoffeln vom Öl bedeckt sein. Nach ca. 5 Minuten Garzeit die Zwiebeln dazugeben und alles weiter kochen lassen, bis die Kartoffeln gar sind. Das kann insgesamt rund 20 Minuten dauern.

Sind die Kartoffeln gar, gießt man die Kartoffel-Zwiebelmischung in ein Metall-Sieb ab und lässt das restliche Öl gut abtropfen.

Die Eier in eine großen Schüssel aufschlagen. Die Eigelbe zerdrücken und die Eier leicht schlagen. Nicht komplett durchrühren wie bei Rührei. Fügen Sie das noch warme, aber nicht mehr kochende Kartoffel-Zwiebelgemisch dazu und rühren Sie gut um.

Dann bleibt die Mischung abgedeckt ca. 15 Minuten stehen. Die Kartoffeln dürfen ruhig noch so heiß sein, dass sie die Eier bereits etwas zum Stocken bringen.

Nach der Ruhezeit geben Sie etwas vom aufgefangenen Öl in die gleiche Pfanne, in der Sie bereits die Kartoffeln gegart haben und lassen es leicht warm werden.

Dann geben Sie die Kartoffel-Ei-Zwiebelmischung in die Pfanne und drücken alles leicht an.

Die Temperatur darf nicht zu hoch sein. Ihre Tortilla soll langsam stocken und letztlich etwas Farbe bekommen, aber natürlich nicht anbrennen. Je nach Dicke der Tortilla und eigenem Geschmack dauert das zwischen 3 und 6 Minuten. Dann legen Sie einen großen Teller auf die Pfanne und drehen alles um, so dass die Tortilla auf dem Teller zu liegen kommt. Geben Sie erneut etwas vom aufgefangenen Öl in die Pfanne uns lassen Sie die Tortilla mit der noch nicht gestockten Seite nach unten in die Pfanne zurückgleiten.

Lassen Sie die Unterseite ebenfalls stocken (3-5 Minuten). Dann können Sie die Tortilla servieren. Dazu einfach auf einen sauberen Teller stürzen, die Seite, die Sie zuerst gebraten haben sollte beim Servieren oben sein.

Ist Ihnen die erste Seite der Tortilla noch nicht braun genug, können Sie nach dem Stocken der zweiten Seite die Tortilla erneut auf einen Teller stürzen und nochmals nachgaren.

Wer es bevorzugt, kann die Kartoffeln auch frittieren. Sie sollten dann aber nur wenig Farbe bekommen. Frittiert wird dann in heißerem Fett.

Tortilla Rezept mit weniger Öl

Wir hatten es bereits angedeutet, Tortilla ist kein Diätgericht. Man kann sie aber etwas entschärfen, indem man die geschälten und geschnittenen Kartoffeln in gesalzenem Wasser kocht, statt sie in Öl zu garen.

Die fein geschnittenen Zwiebeln in etwas Olivenöl langsam anbraten bis sie etwas Farbe bekommen.

Dann wie im oben beschriebenen Rezept fortfahren, die aufgeschlagenen Eier aber salzen. Lassen Sie auch hier die Masse mit Eiern, Kartoffeln und Zwiebeln zunächst ca. 15 Minuten durchziehen, bevor sie die Tortilla in der Pfanne stocken lassen.

Allerdings muss man zugeben, dass die erste Rezeptvariante deutlich besser schmeckt.

Serviervorschläge

Tortilla passt super zu einem Tapasabend. Probieren Sie dazu einfach noch andere Tapasrezepte wie zum Beispiel die Ensaladilla rusa aus. Machen Sie noch ein etwas Mojo Sauce dazu und schon haben Sie sich ein bisschen Fuerteventura nach Hause geholt!

Oder Sie servieren die Tortilla kalt oder warm mit einem grünen Salat und reichen dazu hausgemachte Alioli oder Mojo Sauce. Auch lecker dazu ist ein Klecks Ketchup. Schon hat man ein tolles Mittagessen.

Reste der Tortilla – sollte tatsächlich etwas übrig bleiben – kann man zum Beispiel wunderbar in einem „bocadillo con tortilla“ verwerten. Einfach ein helles Baguettebrötchen im Backofen kurz anwärmen. Dann das Brötchen aufschneiden und mit Tortilla belegen. Dazu reicht man Alioli.

Guten Appetit!

2 Kommentare

  1. vielen Dank für die Expertise. Der Bericht zeigt, es gibt ein Leben neben Corona. Ich kann nur empfehlen, nutzt die Zeit zu Hause für jegliche Art der Weiterbildung

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