Jede 10. untersuchte Fischprobe enthält Ciguatoxin

Fischlabor w

Fisch ist gesund, so die gängige Meinung. Doch dies gilt nur für kleine Fische. Bei den „dicken Fischen“ kommt es darauf an, ob bei ihnen das Protokoll der Kanarischen Fischereibehörde zur Kontrolle des Ciguatoxins eingehalten wurde.

Das Ciguatoxin ist eines der stärksten bekannten Nervengift. Es entsteht als Stoffwechselprodukt von Dinoflagellaten. Diese Einzeller bilden eine der untersten Stufen der Nahrungskette. Das Toxin reichert sich in der Nahrungskette an und wird durch die Verstoffwechselung im Organismus von Fischen immer gefährlicher. Große Raubfische stehen am anderen Ende der Nahrungskette. Daher gilt: je größer der Raubfisch, desto größer das Risiko einer hohen Konzentration an gefährlichem Ciguatoxin.

Daher müssen auf den Kanarischen Inseln bestimmte Fischarten ab einem bestimmten Gewicht vor dem Verkauf in einem Labor auf Ciguatoxin untersucht werden. Bis das Ergebnis vorliegt, wird der Fisch eingefroren gelagert.

Die Analysen erfolgen in einem Labor des Instituts für Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit der Universität von Las Palmas. Dieses Labor wurde nun erweitert, nachdem die Zahl der zu untersuchenden Proben im letzten Jahr um 300% gestiegen ist. Das Labor ist eine von drei Einrichtungen in Spanien, die sich auf die Analyse und Kontrolle des Ciguatoxins spezialisiert haben. Es sei dank der großartigen Wissenschaftler und Doktoren eine Referenz in Europa.

Jede 10. Probe positive getestet

Von den 1.058 untersuchten Proben, vorwiegend Bernsteinmakrelen (Medredal), Zackenbarsche (Mero) und Wahoos (Peto), wurden 10,2% positiv getestet. Damit zeige sich, dass die Anreicherung von Ciguatoxin in den Fischen der kanarischen Gewässer bereits endemisch sei, so der Professor für Tiergesundheit an der ULPGC, Fernando Real Varcárcel.

Als Verbraucher sollte man daher darauf achten, wo man einkauft bzw. isst, wenn man Appetit auf große Raubfische hat. Im Supermarkt oder im Restaurant seines Vertrauens besteht keine Gefahr. Hier sollte man darauf vertrauen dürfen, dass der Fisch aus offiziellen Quellen eingekauft wurde.

Anders könnte es theoretisch bei selbst geangeltem Fisch aussehen. Wenn man also z.B. bei einer Hochseeangeltour einen besonders großen Fisch an Bord zieht. Man sollte man sich unbedingt informieren, ob das Exemplar zu einer der Risiko-Arten gehört. Wenn das Gewicht dann noch über dem Wert liegt, ab dem eine Laboranalyse zwingend vorgeschrieben ist, sollte man den Fisch besser nicht essen.

Ansonsten riskiert man die Lebensmittelvergiftung „Ciguatera“. Diese schädigt das Nervensystem und kann Lähmungen hervorrufen. Die Symptome können jahrelang andauern. In einem vom 1.000 Fällen ist die Ciguatera tödlich.

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